Opernhaus Bayreuth wird UNESCO-Weltkulturerbe

Ernennung der Geburtskirche Jesu empört Israel

Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth (picture alliance / dpa / David Ebener)
Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth (picture alliance / dpa / David Ebener)

Nun gibt es 37 deutsche Weltkulturerbe-Stätten: Die UNESCO hat das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth auf die Liste einzigartiger Schätze der Menschheit aufgenommen. Ob es auch die kurfürstliche Residenz in Schwetzingen in die illustre Runde schafft, ist noch offen.

Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth kann sich von nun an mit dem Titel Weltkulturerbe schmücken. Das UNESCO-Komitee aus 21 Mitgliedern traf die Entscheidung heute in St. Petersburg mehrheitlich. Das für das Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine von Brandenburg-Kulmbach geschaffene Opernhaus gilt als das einzige im Original erhaltene Barocktheater nördlich der Alpen. Es wird noch heute genutzt. Ab September soll es mindestens vier Jahre lang saniert werden. Der Freistaat Bayern investiert dafür knapp 19 Millionen Euro.

Als "Meisterwerk der menschlichen Schöpferkraft" und "einzigartiges, außergewöhnliches Zeugnis einer kulturellen Tradition oder untergegangenen Kultur" bezeichnete die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung das Theater in der UNESCO-Bewerbung. Auch der Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) hatte sich für eine Aufnahme ausgesprochen. Er berät das UNESCO-Komitee.

Kritik an Ernennung der Geburtskirche in Bethlehem

Insgesamt gab es mehr als 30 Anträge von Kultur- und Naturstätten, darunter auch die Geburtskirche in Bethlehem, die über der Grotte gebaut wurde, in der angeblich Jesus Christus geboren worden sein soll. Die Kirche ist bereits gestern zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt worden. Die Nominierung der Geburtskirche war von Experten im Vorfeld stark kritisiert worden, sie hatten keine Empfehlung für den politischen Antrag gegeben.

In Palästina wurde die Aufnahme der Kirche in die begehrte Liste begrüßt, von einem "Sieg der Gerechtigkeit" war von Seiten der Präsidentschaft die Rede. Israel kritisierte die überraschende Anerkennung der Geburtskirche, die UNESCO werde so politisiert.

Mehr als 900 Kultur- und Naturstätten stehen auf der UNESCO-Liste

Ein Welterbe-Titel bringt Ruhm, Fördergelder und Besucher. Deshalb wollen viele Städte auf die Vorschlagsliste. Auf der Welterbeliste stehen heute mehr als 900 Kultur- und Naturstätten in 153 Ländern, darunter nun 37 in Deutschland. Noch offen ist, ob die kurfürstlichen Residenz in Schwetzingen auch auf die Liste gesetzt wird. Anders als für Bayreuth liegt für den zweiten deutschen Antrag aber keine Empfehlung von Experten vor.

Das Übereinkommen der UNESCO zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt wurde 1972 gegründet. Russland ist das erste Mal Gastgeber der Welterbe-Konferenz. In den Zarenmetropole St. Petersburg, deren Altstadt selbst zu großen Teilen unter UNESCO-Schutz steht, tagen noch bis 6. Juli Experten aus mehr als 180 Ländern.

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Externe Links:

Welterbeliste der UNESCO

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:54 Uhr