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Physiknobelpreis geht an Serge Haroche und David J. Wineland

Die Wissenschaftler werden für Arbeiten auf dem Gebiet der Quantenphysik ausgezeichnet

Die Physiknobelpreisträger 2012 Serge Haroche (l) und David J. Wineland (CNRS Photothèque/Christophe Lebedinsky (l) und NIST (r))
Die Physiknobelpreisträger 2012 Serge Haroche (l) und David J. Wineland (CNRS Photothèque/Christophe Lebedinsky (l) und NIST (r))

Serge Haroche und David J. Wineland bekommen den Physiknobelpreis 2012. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm heute mit. Mit ihren Arbeiten leisteten die Forscher einen großen Beitrag auf dem Weg zum Quantencomputer.

Der Franzose Serge Haroche vom Pariser Collège de France und der Ecole Normale Superieure sowie der US-Amerikaner David Wineland vom National Institute of Standards and Technology in Colorado (NIST) werden für experimentelle Methoden ausgezeichnet, die die Manipulation von Quantensystemen ermöglichen. Im Speziellen untersuchten sie die Wechselwirkung zwischen Materie und Licht.

Beide Physiker beobachteten Quantenpartikel - ohne sie zu zerstören

Das Komitee hob die Leistung von Haroche und Wineland hervor, einzelne Quantenpartikel zu beobachten und sie dabei nicht zu zerstören. Dies gilt als besonders große Herausforderung, die beide Physiker mit unterschiedlichen Methoden meisterten. Den Wissenschaftlern gelang es unabhängig voneinander, Quantenteilchen zu messen sowie auch zu beeinflussen.

Nach Einschätzung des Nobel-Komitees haben die Physiker die Tür zu einer neuen Ära der Quantenphysik-Experimente geöffnet. Ihre Untersuchungen leisteten einen großen Beitrag auf dem Weg zur Realisierung eines Quantencomputers. Ein Quantencomputer funktioniert nach den Gesetzen der Quantenmechanik, nicht nach klassischen physikalischen Gesetzen. Zwar existieren solche Rechner bislang nur in der Theorie. Sie versprechen allerdings enorme Verbesserungen in Bezug auf Rechengeschwindigkeit und Datenverarbeitung.




David J. Wineland, einer der beiden Träger des Nobelpreises für Physik 2012 (NIST)David J. Wineland, einer der beiden Träger des Nobelpreises für Physik 2012 (NIST)David Wineland (68) forscht am National Institute of Standards and Technology (NIST) in Boulder im US-Bundesstaat Colorado. Der bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Wissenschaftler hat zudem entscheidend zur Entwicklung von Atomuhren beigetragen (erklärendes Youtube-Video).

Bekannt wurde Wineland durch seine Forschung zu "Ionenfallen". Diese ermöglichen Messungen an einzelnen Quantenteilchen. Wineland hat zudem sehr erfolgreich auf dem Gebiet der Quanteninformationsverarbeitung und der Plasmaphysik gearbeitet.

Während Wineland Ionen fängt und sie mit Lichtteilchen, sogenannten Photonen, misst, fängt der ebenfalls 68-jährige Franzose Serge Haroche Photonen und verwendet Atome dazu, um sie zu kontrollieren und zu vermessen.

Dieses Jahr ist der Nobelpreis mit acht Millionen schwedischen Kronen (etwa 930.000 Euro) dotiert.

Ab 16.35 Uhr berichtet "Forschung aktuell" im Deutschlandfunk über die Leistungen der Ausgezeichneten.

2011 ging der Nobelpreis für Physik an Saul Perlmutter, Brian Schmidt und Adam Riess. Die Wissenschaftler wurden für die Entdeckung der beschleunigten Expansion des Universums ausgezeichnet.



Links bei deutschlandradio.de:
Der Physiker Serge Haroche im Porträt (Forschung aktuell vom 9.10.12)
Der Physiker David Wineland im Porträt (Forschung aktuell vom 9.10.12)
Max-Planck-Forscher Immanuel Bloch über die Physik-Nobelpreisträger 2012 (Forschung aktuell vom 9.10.12)
Zur Nobelpreis-Übersichtsseite
Interview mit Wissenschaftsjournalist Frank Grotelüschen im Deutschlandradio Kultur (MP3-Audio) (09.10.12)
"Rechnen mit Qubits" (Beitrag über Quantencomputer in "Forschung aktuell")
Aktuell zum Physiknobelpreis 2011
Nobelpreis geht an Quantendompteure - Jury würdigt erste Schritte zu revolutionären Quantencomputern

Links ins Netz:
David Wineland erklärt die Ionenfalle (englischsprachiges YouTube-Video)
Serge Haroche über Licht und Atome beim International Science Day 2011 (englischsprachiges Vimeo-Video)



Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

Nobelpreis für die Quantendompteure

 

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr

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