Polizeigewerkschaft fordert Waffenkontrollen in Wohnungen

Deutscher Schützenbund gegen zentrale Lagerung von Waffen

Ein Revolver der Marke Smith and Wesson, Kaliber 44 Magnum (AP)
Ein Revolver der Marke Smith and Wesson, Kaliber 44 Magnum (AP)

Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, fordert nach dem Winnender Amoklauf regelmäßige Kontrollen in den Wohnungen von Waffenbesitzern. Scharfer Protest kommt vom Deutschen Schützenbund gegen den Vorschlag, Waffen künftig zentral zu lagern.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft hatte eklatante Sicherheitslücken bei der Kontrolle von Waffen beklagt. Es dürfe nicht sein, dass bei Sportschützen oder Jägern private Waffenlager entstünden und es keiner bemerke, sagte der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Wer Tausende Schuss Munition und zahlreiche Waffen bei sich zu Hause habe, dem gehöre die Waffenlizenz entzogen. Wendt forderte, die Ordnungsbehörden müssten entsprechend Kontrollen in Wohnungen von Waffenbesitzern durchführen.

Der Vizepräsident des Deutschen Schützenbundes, Jürgen Kohlheim, hat sich dagegen strikt gegen ein Verbot der Aufbewahrung von Schusswaffen zuhause ausgesprochen. Würden die Waffen zentral in einem Schützenverein gelagert, wäre das Risiko eines Einbruchs viel höher als bei der dezentralen Lagerung. Eine große Anzahl von Waffen und Munition an einem Ort wären "ein begehrtes Ziel für Einbrecher", sagte Kohlheim.

Schäuble: "Was läuft schief in unserer Gesellschaft?"

Wolfgang Schäuble (CDU) hält zurzeit weder etwas von einer Verschärfung des Waffenrechts noch Sicherheitsmaßnahmen an Schulen. Der Bundesinnenminister stellt dagegen die Frage, "Wollen wir so viel Gewalt?" - und macht unter anderem die exzessive Gewaltdarstellung in Filmen und Videospielen als Diskussionspunkt aus.

Besuch bei einem Schweizer Waffenfreund

Freiheit, Souveränität, und Nationalstolz - das sind in der Schweiz unverrückbare Werte, die es um jeden Preis zu verteidigen gilt. Wenn es sein muss, auch mit der Waffe. Anders als bei uns in Deutschland, wo nach dem Amoklauf über Waffenbesitz diskutiert wird.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:32 Uhr