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Pro Reli oder pro Ethik?

Volksentscheid in Berlin über Religion als Wahlpflichtfach

Der Vorsitzende des Vereins "Pro Reli eV.", Christoph Lehmann, posiert  in Berlin an einen Werbeplakat des Vereins mit dem Moderator Günther Jauch. (AP)
Der Vorsitzende des Vereins "Pro Reli eV.", Christoph Lehmann, posiert in Berlin an einen Werbeplakat des Vereins mit dem Moderator Günther Jauch. (AP)

In Berlin sind heute rund 2,4 Millionen Bürger aufgerufen, über einen Volksentscheid zur Einführung von Religionsunterricht als Wahlpflichtfach zu entscheiden. Die Initative "Pro Reli" will erreichen, dass Religion ab der 1. Klasse als ordentliches Schulfach gleichberechtigt zum Ethikunterricht unterrichtet wird.

Seit 2006 gibt es in Berlin von der 7. bis zur 10. Klasse einen verpflichtenden Ethikunterricht. Religion kann als freiwilliges Zusatzangebot gewählt worden. Diese Regelung war als Reaktion auf den sogenannten Ehrenmord an der Deutsch-Türkin Hatun Sürücü eingeführt worden.

Die Initiative Pro Reli hat einen Volksentscheid angestrengt, mit dem sie erreichen will, dass Schüler ab der 1. Klasse Religionsunterricht erhalten. Die Eltern sollen entscheiden, ob ihre Kinder in Religion oder alternativ in Ethik unterrichtet werden. Ab dem 14. Lebensjahr sollen sie selbst entscheiden können. Ein verpflichtender Ethikunterricht sei eine unzulässige Bevormundung, argumentiert Pro Reli.

Kritiker des Volksentscheides halten dagegen, dass in einer multikulturellen Stadt wie Berlin ein gemeinsamer Ethikunterricht für alle Schüler die Wertegrundlagen für das Zusammenleben vermittelt.

Seit 1948 können Berliner Schüler Religion freiwillig und zusätzlich wählen.

Für einen Erfolg des Volksentscheides müssen mindestens 25 Prozent aller Wahlberechtigten dafür stimmen, das sind 611.422 Ja-Stimmen.

Die Wahllokale sind bis 18 Uhr geöffnet.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:32 Uhr

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