Ralf Dahrendorf gestorben

Trauer um liberalen Vordenker

Lord Ralf Dahrendorf im Jahr 2005 (AP Archiv)
Lord Ralf Dahrendorf im Jahr 2005 (AP Archiv)

Der deutsch-britische Soziologe und Politiker Lord Ralf Dahrendorf ist tot. Er verstarb er im Alter von 80 Jahren nach langem Krebsleiden. Dahrendorf galt als einer der wichtigsten Vertreter liberaler Gesellschafts- und Staatstheorie.

Mit seiner Arbeit hat er die Entwicklung der deutschen Nachkriegs-Soziologie maßgeblich beeinflusst. Dahrendorf wirkte in zahlreichen wissenschaftlichen und politischen Ämtern. Er war unter anderem Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, vertrat die FDP im Deutschen Bundestag und war Mitglied der Europäischen Kommission. 1993 wurde Dahrendorf zum Mitglied des britischen Oberhauses ernannt.

FDP-Chef Guido Westerwelle würdigte den Verstorbenen als "einen liberalen Weltbürger und einen der ganz großen Intellektuellen". Die FDP verneige sich vor Dahrendorf, so Westerwelle weiter.

Professor Jürgen Kocka, Sozialhistoriker an der Freien Universität Berlin sowie ehemaliger Kollege und Freund von Dahrendorf bezeichnete diesen als "großen Soziologen" und "Akteur mit starkem Einfluss auf die Bundesrepublik und ihr intellektuelles Leben."

Dahrendorf habe sehr bewusst die "deutsche Katastrophe zwischen 1933 und 1945 zur Kenntnis genommen" und in seinem "Denken, wissenschaftlichen Werk und als Bürger die resolute Konsequenz daraus gezogen", um sich einzusetzen für eine Entwicklung, die so etwas nicht mehr möglich macht, sagte Kocka im Deutschlandradio Kultur.



Mehr bei deutschlandradio.de

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:33 Uhr