Rohani: Syrisches Volk muss Konflikt selber lösen

Designierter Präsident Irans bei Atomprogramm für Transparenz

Der künftige iranische Präsident (picture alliance / dpa / Vahid Salemi)
Der künftige iranische Präsident (picture alliance / dpa / Vahid Salemi)

Der künftige iranische Präsident Hassan Rohani hat sich gegen eine ausländische Einmischung im Syrien-Konflikt ausgesprochen. Gleichzeitig hat Rohani dem Westen mehr Einblicke über das umstrittene Atomprogramm seines Landes zugesagt.

Der baldige Präsident des Irans Hassan Rohani sagte heute bei seiner ersten Pressekonferenz in Teheran: "Die syrische Krise muss vom syrischen Volk gelöst werden, wir sind gegen den Terrorismus, den Bürgerkrieg und ausländische Interventionen. Ich hoffe, dass mit der Hilfe der Länder der Region und der Welt wieder Frieden und Ruhe nach Syrien zurückkehren werden." Die syrische Regierung müsse bis zur Präsidentschaftswahl im Jahr 2014 im Amt bleiben, forderte Rohani.

Der Iran ist ein regionaler Verbündeter Syriens. Die Rebellen in dem Bürgerkriegsland beschuldigen Teheran, die Assad-Regierung mit Waffen zu unterstützen. Die iranische Regierung hat dies aber stets bestritten. Machthaber Assad hatte am Sonntag bekundet, sein Land wolle die Beziehungen zum Iran verstärken. Die USA werfen der syrischen Führung vor, in dem Konflikt mit der Opposition Chemiewaffen einzusetzen und damit eine "rote Linie" überschritten zu haben.

Iran will dem Westen mehr Einblicke gewähren

Gleichzeitig hat Rohani dem Westen mehr Transparenz über das umstrittene Atomprogramm seines Landes zugesagt. Auf diese Weise wolle der Iran zeigen, dass seine Nuklearpläne vollständig im Einklang mit internationalen Vereinbarungen stünden, sagte Rohani. Zugleich betonte Rohani aber, er sei nicht bereit, die Urananreicherung zu unterbrechen. Die internationalen Sanktionen gegen sein Land nannte Rohani "unfair" und "ungerechtfertigt". Einen Stopp der Urananreicherung lehnte er aber kategorisch ab. Die USA und andere Länder verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomkraft Nuklearwaffen zu entwickeln.

Bundesregierung möchte Atom-Gespräche mit dem Iran fortsetzen

Die Bundesregierung dringt nach der Präsidentschaftswahl im Iran darauf, die Atom-Gespräche fortzuführen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, man müsse so schnell wie möglich den Austausch mit dem Land suchen. Der Iran habe selbstverständlich das Recht auf ein friedliches Atom-Programm. Er müsse jedoch auch alle internationalen Verpflichtungen einhalten.

Der Sieg des gemäßigten Klerikers Rohani bei der Präsidentschaftswahlam Freitag hat im Ausland die Hoffnung auf einen Kurswechsel des Iran geweckt. Rohani löst als Staatschef Mahmud Ahmadinedschad ab, der auf strikte Konfrontation zum Westen gesetzt hatte. Rohani tritt sein Amt im August an.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:13 Uhr