Rohani und Obama sprechen über Atomprogramm

Historisches Telefonat zwischen den Präsidenten

Irans Präsident Rohani hat mit US-Präsident Obama telefoniert. (picture alliance / dpa / Abedin Taherkenareh)
Irans Präsident Rohani hat mit US-Präsident Obama telefoniert. (picture alliance / dpa / Abedin Taherkenareh)

Zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren haben die Staatschefs der USA und des Iran direkt miteinander gesprochen – über den Atomstreit. Obamas Fazit: "Ich glaube, dass wir eine Lösung finden können." Ist ein Ende der diplomatischen Eiszeit in Sicht?

US-Präsident Barack Obama hat am Freitag mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani telefoniert. Demnach ging es um die Bemühungen, eine Einigung im Streit über das iranische Atomprogramm zu erreichen. Zuvor hatte sich auch bei Gesprächen zwischen dem iranischen Präsidenten und der Internationalen Atomenergiebehörde eine Annäherung im Atomstreit abgezeichnet.

Obama: Aussicht, uns über diese schwierige Geschichte hinwegzubewegen

Obama erklärte nach dem Gespräch, er habe erneut bekräftigt, zu glauben, "dass wir eine umfassende Lösung erzielen können". Beide Seiten seien sich der Herausforderungen bewusst, die vor ihnen lägen. "Die Tatsache an sich, dass dies die erste Kommunikation zwischen einem amerikanischem und einem iranischen Präsidenten seit 1979 war, unterstreicht das tiefe Misstrauen zwischen unseren Ländern. Aber es weist auch auf die Aussicht hin, uns über diese schwierige Geschichte hinwegzubewegen."

Laut Obama haben beide Präsidenten ihre Verhandlungsführer angewiesen, auf eine gemeinsame Vereinbarung hinzuarbeiten. "Und während dieses gesamten Prozesses werden wir in engem Kontakt mit unseren Freunden und Verbündeten in der Region, einschließlich Israel, bleiben." Rohani habe ihm gegenüber angedeutet, dass der Iran niemals Atomwaffen entwickeln werde. Obama habe deutlich gemacht, dass die USA das Recht des Irans auf eine friedliche Nutzung von Atomenergie respektierten.

Iran: "schnelle Lösung der Atomfrage"

Der Iran bestätigte das Telefonat zwischen Obama und Rohani. In einer Erklärung auf einer offiziellen Internetseite der Regierung hieß es: "Beide bestanden auf dem politischen Willen für eine schnelle Lösung der Atomfrage." Außerdem hätten sich die Staatschef dafür ausgesprochen, den Weg für eine Zusammenarbeit in regionalen Fragen zu ebnen.

Die USA und der Iran hatten sich am Rande der UNO-Vollversammlung in New York weiter angenähert. Obama hatte am Dienstag in einer Rede gesagt, er glaube fest, dass der diplomatische Weg ausprobiert werden müsse. Zu einem Treffen der beiden Präsidenten kam es jedoch nicht – stattdessen hatten sich die beiden Außenminister John Kerry und Mohammed Dschawad Sarif zu einem Gespräch zusammengesetzt. Zwischen den beiden Ländern gibt es seit der Geiselnahme von mehr als 50 Amerikanern im Jahr 1979 keine diplomatischen Beziehungen mehr.

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Letzte Änderung: 08.10.2013 23:11 Uhr