Rückblick auf die Sitzung des Hörfunkrates am 5. September 2019 in Berlin

Am 5. September ist der Hörfunkrat von Deutschlandradio zu seiner dritten Sitzung im laufenden Jahr im Berliner Funkhaus zusammengekommen.

Dabei befassten sich seine Mitglieder mit den neu entwickelten "Strategischen Zielen" der Körperschaft, die dem Gremium in der Sitzung vorgestellt und erläutert wurden. Sie benennen den Rahmen für die Weiterentwicklung des Senders in den Bereichen Angebot und Markt, Public Value, Innovation, Organisation, Personal und Finanzen. Mit mehr technischer und redaktioneller Flexibilität soll den Herausforderungen eines sich stark verändernden Medienmarktes begegnet werden.

Im Mittelpunkt steht neben der Gleichwertigkeit analoger und digitaler Angebote die Stärkung der fachlichen Expertise der Redaktionen. Diese soll zukünftig programmübergreifend und auf allen Verbreitungswegen zum Tragen kommen. Darüber hinaus soll die digitale Kompetenz in den Funkhäusern gestärkt werden, Ziel ist eine Verjüngung und mehr Vielfalt in der Belegschaft. Jüngere Mitarbeiter*innen sollen früher als bisher Verantwortung übernehmen können.

In der Diskussion unterstützte der Hörfunkrat die vorgelegten Punkte. Hörfunkratsvorsitzender Frank Schildt erklärte: "Vielfalt in den Redaktionen ist für Deutschlandradio mit seinem integrativen Programmauftrag von großer Bedeutung. Die drei Hörfunkprogramme sollen auch zukünftig die verschiedenen Perspektiven auf die großen Themen der Zeit nachzeichnen, ob in den Bundesländern, in Deutschland, Europa oder auch weltweit."

In seiner Sitzung genehmigte das Aufsichtsgremium den bereits vom Verwaltungsrat beschlossenen Jahres- und Konzernabschluss 2018 mit einem Überschuss in der Finanzrechnung in Höhe von 3,47 Mio. Euro und die Entlastung des Intendanten Stefan Raue für das vergangene Geschäftsjahr.

Ausführlich informierte sich der Hörfunkrat über die aktuellen Telemedienangebote von Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova. Mit den Telemedienangeboten von Deutschlandradio befasst sich ab Dezember ein neugewählter und nichtständiger Ausschuss zum sogenannten Dreistufentest. Der Ausschuss prüft die Gestaltung der journalistisch-redaktionellen Angebote im Netz.

Auf Anregung des Programmausschusses, der am Abend zuvor tagte, verständigte sich der Hörfunkrat darüber, dass alle zukünftigen Veröffentlichungen des Gremiums und seiner Ausschüsse in gendergerechter Sprache, also einer Schriftform verfasst werden, die eine Einengung auf die männliche Form vermeidet und die Existenz mehrerer Geschlechter berücksichtigt.

Ebenfalls vom Hörfunkrat beschlossen wurde eine vom Programmausschuss erarbeitete Verfahrensbeschreibung zur Behandlung von Programmbeschwerden, die die Beschwerdeordnung der Satzung von Deutschlandradio ergänzt und konkretisiert.

Der Programmausschuss befasste sich des Weiteren mit der Frage, wie Audios künftig besser auffindbar gemacht werden können und ließ sich unter dem Stichwort "Audiomining" von der Abteilung Dokumentation & Archive über dahingehende Anstrengungen von Deutschlandradio informieren.

Mit der neuen Abteilungsleiterin Hintergrund Kultur & Politik bei Deutschlandfunk Kultur, Friederike Sittler, trat der Ausschuss ins Gespräch über ihre Vorstellungen und Ziele, mit der Programmleitung diskutierten seine Mitglieder über die Spiegelung der dualen Ausbildung in Deutschland in den drei Programmen.

Eine Programmbeschwerde zum Ukrainekonflikt wies das Gremium zurück, da keine Verstöße gegen die Programmgrundsätze von Deutschlandradio zu erkennen seien.

Anlage:

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