Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Schäuble erhält Karlspreis

Eurogruppen-Chef Juncker: Finanzminister ist ein europäischer Patriot

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wurde in Aachen mit dem Karlspreis ausgezeichnet. (picture alliance / dpa)
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wurde in Aachen mit dem Karlspreis ausgezeichnet. (picture alliance / dpa)

In Aachen ist der Internationale Karlspreis an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble verliehen worden. Der CDU-Politiker erhält die Auszeichnung für seine historischen Verdienste um die Überwindung der deutschen und europäischen Teilung sowie für die Stabilisierung der Währungsunion.

Die Feierlichkeiten hatten am Morgen mit einer Messe im Aachener Dom begonnen. Anschließend nahm der CDU-Politiker Urkunde und Medaille bei einem Festakt im Krönungssaal des Rathauses entgegen. Das Direktorium würdigte den 69-Jährigen als einen "großen Europäer". Er zähle zu den wenigen noch aktiven Politikern in Europa, die an den bedeutenden Integrationsschritten seit den 1980ern mitgewirkt hätten. Gerade in Zeiten der Krise sei Schäuble zudem ein bedeutender Impulsgeber für ein Fortschreiten der Einigung hin zur politischen Union.

Der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp würdigte die Arbeit Schäubles. Seine Rolle in der Schuldenkrise mache Mut, dass die Probleme in Europa gelöst werden könnten. Anschließend sagte Eurogruppen-Chef Juncker in der Laudatio, Wolfgang Schäuble sei ein deutscher und auch ein europäischer Patriot, der sich unermüdlich für die Währungsunion einsetze. Er habe es immer wieder verstanden, Verantwortung zu übernehmen. Schäuble selbst rief dazu auf, die politische Einheit Europas voranzubringen.

Internationaler Karlspreis zu Aachen (Internationaler Karlspreis zu Aachen)Internationaler Karlspreis zu Aachen (Internationaler Karlspreis zu Aachen)

Auszeichnung für Verdienste um Europa

Der Aachener Karlspreis zählt zu den bedeutendsten europäischen Auszeichnungen. Er wird seit 1950 an Persönlichkeiten und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und wird traditionell am Himmelfahrtstag im Krönungssaal des Aachener Rathauses verliehen. Auf der Vorderseite der Karlsmedaille ist das älteste erhaltene Stadtsiegel Aachens abgebildet. Die Rückseite weist auf den jeweiligen Preisträger und seine Verdienste für Europa hin.

Der Preis selbst ist nach Karl dem Großen benannt, der als Symbolfigur Europas gilt und Ende des achten Jahrhunderts Aachen zu seiner Lieblingspfalz wählte. Durch seine Eroberungsfeldzüge begründete Karl der Große ein europäisches Großreich. Er prägte dessen Entwicklung auf politischem, kirchlichem und kulturellem Gebiet, förderte Wissenschaft und Kunst.

Bisher über 50 Persönlichkeiten geehrt

Erster Preisträger war 1950 der Begründer der Paneuropa-Idee, Richard Graf von Coudenhove-Kalergi. Später erhielten den Karlspreis der erste Bundeskanzler Konrad Adenauer (1954), der frühere britische Premierminister Tony Blair (1999) der damalige US-Präsident Bill Clinton (2000) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008). Im vergangenen Jahr hatte der damalige Chef der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet die Auszeichnung erhalten. Unter den mehr als 50 Preisträgern sind vier Frauen. Im Jahr 2002 ging die Auszeichnung an den Euro als Währung.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:52 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 21:05 Uhr Konzertdokument der Woche

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 22:30 Uhr Studio 9 kompakt

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 21:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Hans KeilsonEin verfolgter Schriftsteller, der nicht hassen wollte

Der Schriftsteller Hans Keilson, aufgenommen am 7.11.2008 (picture alliance / dpa / Soeren Stache)

Die Emigration wirbelte sein Leben durcheinander. Erst im hohen Alter erlebte der jüdische Arzt und Schriftsteller Hans Keilson, wie sein Werk und Wirken populär wurde. Spielfreude und Eleganz prägen auch seine Romane, Gedichte und Essays.

Argentinischer Filmemacher Fernando SolanasLeben zwischen Kunst und Politik

Fernando E. Solanas steht vor Palmen bei den Cannes Filmfestspielen 2015 (imago stock & people)

Neokolonialismus, Umweltzerstörung, die argentinische Regierung - Fernando Solanas hält sich mit Kritik nicht zurück. Mit seinen Filmen traf der Dokumentarfilmer und heutige Politiker den Nerv jener Generation, die in vielen Ländern gegen Ausbeutung und autoritäre Gesellschaftsstrukturen rebellierte.

Eine ganz normale NachrichtenwocheOhne Vertrauen keine Demokratie

Donald Trump kritisiert Deutschlands Asylpolitik via Twitter (Screenshot Twitter)

US-Präsident Trump und die Kanzlerin streiten über die Kriminalitätsstatistik. Ein Spektakel ähnlicher Art liefert sich Angela Merkel mit ihrem Innenminister. Es wird gefährlich für die Demokratie, findet Dlf-Nachrichtenchef Marco Bertolaso in seiner Bilanz einer inzwischen ganz normalen Nachrichtenwoche.

Yeneroglu zu Parlamentswahl in der TürkeiAKP-Politiker erwartet faire Abstimmung

Mustafa Yeneroglu, Abgeordneter der Großen Nationalversammlung der Türkei (AKP), aufgenommen am 24.04.2016 während der ARD-Talksendung "Anne Will" zum Thema "Abhängig von Erdogan - Zu hoher Preis für weniger Flüchtlinge?" in den Studios Berlin-Adlershof. Foto: Karlheinz Schindler (picture alliance/dpa/Karlheinz Schindler)

Der türkische AKP-Abgeordnete Mustafa Yeneroglu ist davon überzeugt, dass seine Partei bei den Wahlen eine "satte Mehrheit" bekommen wird. Zugleich begrüßte er im Dlf, dass dem Linken-Politiker Andrej Hunko als OSZE-Wahlbeobachter die Einreise in die Türkei verweigert wurde.

Serie "Klassisk drastisch" - Folge elfLili Boulanger - "Soir sur la Plaine"

Axel Ranisch (li.) und Devid Striesow (re.) "Klassik drastisch". (Deutschlandradio / Anja Schäfer)

Wie muss man sich Lili Boulanger vorstellen? Traurig und lichtdurchflutet - wie eine zarte Pflanze, deren Talent durch Krankheit und Tod leider viel zu früh verblühte? Axel Ranisch liebt ihre Kompositionen.

Ökonom zu Griechenland-Rettung"Griechenland ist weiterhin auf Hilfe Dritter angewiesen"

Der griechische Premierminister Alexis Tsipras bei einer Rede in Athen, bei der er eine rote Krawatte trägt  (imago/Xinhua)

Griechenland verlässt das Euro-Rettungsprogramm und steht ab August finanziell wieder auf eigenen Beinen. Der Ökonom Jens Bastian glaubt allerdings nicht, dass das Land wirklich über den Berg ist. Athen werde auch künftig die Wirtschaft nicht eigenständig ankurbeln können, sagte Bastian im Dlf.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Wahlen in der Türkei  Erdogan beansprucht Sieg | mehr

Kulturnachrichten

US-Organisation erkennt Laura Ingalls Wilder Preis ab | mehr

 

| mehr