Schauspielerin Rosemarie Fendel gestorben

Die Vielseitigkeit war ihr Markenzeichen

Rosemarie Fendel (Deutschlandradio - Sandro Most)
Rosemarie Fendel (Deutschlandradio - Sandro Most)

Die Schauspielerin Rosemarie Fendel ist tot. Sie starb am Mittwoch nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 85 Jahren in ihrem Frankfurter Haus, wie die "FAZ" berichtet.

Bekannt wurde Fendel durch Rollen in Film und Fernsehen wie "Ödipussi" (1988) und "Schtonk" (1992) oder durch die Serie "Der Havelkaiser". Auch Auftritte in den Fernsehreihen "Der Staatsanwalt", "Polizeiruf 110" und "Pfarrer Braun" machten sie populär.

Rosemarie Fendel und Markus Meyer bei den Aufnahmen zum Hörspiel "Clarimonde" (Deutschlandradio - Sandro Most)Rosemarie Fendel und Markus Meyer (Deutschlandradio - Sandro Most)Rosemarie Fendel wurde 1927 in Metternich bei Koblenz geboren. Einen Teil ihrer Kindheit verbrachte sie in Böhmen, der Heimat ihrer Mutter. Nach ihrem Abitur nahm sie Schauspielunterricht. 1946, mit noch nicht mal 20 Jahren, dann ihr Debüt: Als Blumenmädchen in Girodoux´ "Die Irre von Chaillot" an den Münchner Kammerspielen. Danach holte sie Gustaf Gründgens nach einer Zwischenstation in Tübingen 1953 ans Schauspielhaus in Düsseldorf. Im Anschluss folgten Auftritte in Darmstadt, München und Frankfurt am Main.

Leidenschaftliche Hörspielsprecherin

Rosemarie Fendel in "Elsa Roth. Ein Bericht" (Deutschlandradio - Bettina Straub)Rosemarie Fendel in "Elsa Roth. Ein Bericht" (Deutschlandradio - Bettina Straub)So unterschiedlich ihre Rollen waren, so facettenreich war ihr Spiel - mal sanft und liebevoll, mal aggressiv und kratzbürstig, berichtet Anna Engel in ihrem Nachruf auf Rosemarie Fendel im DLF. Ihre große Wandlungsfähigkeit wurde dabei immer auch in ihrer Stimme hörbar, die sie ebenso als Hörspielsprecherin einsetzte. Zu ihren bekanntesten Rollen gehörte die Darstellung der Steve Temple in der achtteiligen Produktion Paul Temple und der Conrad-Fall, die der BR 1959 unter der Regie von Willy Purucker produzierte. Auch für Deutschlandradio Kultur saß sie am Mikrofon. Ihre Stimme war in Hörspielen wie "Clarimonde", "Unser halbes Leben" oder "Friedas Schmetterlinge" zu hören.

Der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant Lutz würdigte Marmor Fendel als sowohl große wie auch beliebte Schauspielerin, die mit dem Fernsehen groß geworden sei "und das Fernsehen mit ihr",wie die Welt zitierte. Er hob hervor, dass Fendel ihrer Berufung bis zum Lebensende nachgehen konnte. Für die ARD habe sie mit ihrer besonderen Präsenz große Spielfilme genauso geprägt wie viele Serien.

Rosemarie Fendel erhielt für ihre Arbeit mehrere Preise, darunter die "Goldene Kamera" und den "Adolf-Grimme-Preis". Verheiratet war sie mit dem Regisseur Hans von Borsody - aus ihrer Ehe ging die Tochter Suzanne von Borsody hervor, die ebenfalls Schauspielerin ist.

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:08 Uhr