Schottland muss sich entscheiden

Referendum über Unabhängigkeit soll 2014 stattfinden

Das Andreaskreuz, die schottische Flagge (picture alliance / dpa - PA Danny Lawson)
Das Andreaskreuz, die schottische Flagge (picture alliance / dpa - PA Danny Lawson)

Großbritanniens Premierminister Cameron und der schottische Regierungschef Salmond haben sich geeinigt: Im Herbst 2014 können die Bürger des Landes entscheiden, ob sie sich aus dem Verbund mit London lossagen wollen.

Jüngsten Umfragen zufolge sagen allerdings nur rund 30 Prozent der Schotten, dass sie aus dem Vereinigten Königreich austreten möchten, dem Schottland seit 1707 angehört. Kommentatoren der britischen Presse machen dafür sogar die "Britannien-Euphorie" im Nachgang der erfolgreichen Olympischen Sommerspiele verantwortlich, aber auch die zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit, angesichts derer manche Bürger eine komplette Abnabelung vom großen Nachbarn England und den anderen Landesteilen Wales und Nordirland scheuen.

Mehr Rechte für Edinburgh

Um der Unabhängigkeitsbewegung entgegenzuwirken, hat die Zentralregierung in London bereits einen Teil ihrer Kompetenzen an Schottland abgegeben, im Rahmen der sogenannten "Devolution". Seit 1999 ist ein Regionalparlament in Edinburgh für viele schottische Gesetze zuständig. Es gibt seitdem auch eine Regierung, angeführt von einem Ministerpräsidenten - der allerdings offiziell den Titel "Erster Minister" trägt, um dem Amt keinen allzu eigenständigen Beiklang zu geben.

Schottlands Erster Minister Alex Salmond und Großbritanniens Premierminister David Cameron einigen sich auf die Eckpunkte einer Volksabstimmung zur Unabhängigkeit (picture alliance / dpa / Gordon Terris)Schottlands Erster Minister Salmond und Großbritanniens Premier Cameron einigen sich auf die Eckpunkte einer Volksabstimmung zur Unabhängigkeit (picture alliance / dpa / Gordon Terris)Der amtierende Erste Minister Alex Salmond von der Schottischen Nationalpartei SNP schafft es allerdings ungeachtet aller Postenbezeichungen genau eine solche eigenständige Rolle in der Öffentlichkeit zu verkörpern. Ob es der Klimawandel, die Eurokrise oder die Bildungspolitik ist – stets ist seine Botschaft, dass Schottland als eigenständige Nation besser dastünde als derzeit. Salmond setzt sich für die Unabhängigkeit des Landes ein, seit er in seiner Studentenzeit in die Politik einstieg. 2011 erreichte er mit der SNP erstmals eine absolute Mehrheit im schottischen Parlament, die es ihm jetzt ermöglicht, ein Referendum abhalten zu lassen.

Cameron: Familie zusammenhalten

Über die Eckpunkte verständigten sich nun Salmond und Großbritanniens Premier David Cameron (Konservative) in einem gemeinsamen Abkommen. Schotten ab 16 sollen wahlberechtigt sein - und ihnen wird genau eine Frage gestellt werden: Unabhängigkeit "ja oder nein", erklärte Cameron. Zugleich machte er deutlich, dass er den kompletten Staat gerne auch weiterhin in seiner heutigen Gestalt sehen würde. "Lasst uns die Familie zusammenhalten", sagte er dem Sender BBC. "Schottland wird es im Vereinigten Königreich besser gehen, und dem Vereinigten Königreich wird es mit Schottland besser gehen", so Cameron.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr