Schwere Ausschreitungen in Kairo

Mindestens 100 Verletzte in Ägyptens Hauptstadt

Islamisten und Linke bekämpfen sich auf dem Tahrir-Platz (picture alliance / dpa / Khaled Elfiqi)
Islamisten und Linke bekämpfen sich auf dem Tahrir-Platz (picture alliance / dpa / Khaled Elfiqi)

Islamisten und Vertreter von Parteien aus dem linken und liberalen Spektrum haben sich auf dem Tahrir-Platz in Kairo eine Straßenschlacht geliefert. Mit Steinen, Flaschen und Brandsätzen gingen sie aufeinander los.

Schon wieder kam es auf dem Tahrir-Platz zu gewaltsamen Zusammenstößen. Der Machtkampf zwischen Präsident Mohammed Mursi und der ägyptischen Justiz führte in Kairo zu den heftigsten Unruhen seit Mursis Wahl im Juni. Anhänger und Gegner des Staatschefs lieferten sich auf dem Tahrir-Platz schwere Auseinandersetzungen, berichtete ein AFP-Journalist. Hintergrund ist unter anderem der umstrittene Freispruch mehrerer ranghoher Beamte des gestürzten Staatschefs Husni Mubarak und auch, dass Präsident Mursi Generalstaatsanwalt Mahmud entlassen hatte.

Augenzeugen zufolge eskalierten die Proteste, als Anhänger der Muslimbrüder eine Bühne zerstörten, die einer Gruppe gehörte, die Slogans gegen Mursi rief. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden mindestens 100 Menschen durch Steinwürfe verletzt.

Hunderte Menschen waren einem Aufruf der Muslimbruderschaft gefolgt, gegen die Freisprüche von 24 Beamten der alten Führung unter Mubarak zu protestieren. Die Beamten waren am Mittwoch von Vorwürfen freigesprochen worden, für den Tod von Demonstranten auf dem Tahrir-Platz während des Aufstands gegen Mubarak Anfang 2011 verantwortlich zu sein. Die amtliche Nachrichtenagentur Mena berichtet, Mursi habe angekündigt, die freigesprochenen Beamten erneut vor Gericht zu bringen.

Auf dem Tahrir-Platz stießen die Mursi-Anhänger dann auf liberale und säkulare Gruppen, die gegen die Dominanz der Islamisten in der verfassungsgebenden Versammlung sowie gegen Mursis Regierungsstil protestierten.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr