SPD verdächtigt Guttenberg der Lüge

Verteidigungsminister soll geschassten Beratern gegenübergestellt werden

Karl-Theodor zu Guttenberg steht vor dem Untersuchungsausschuss zum Fall Kundus (AP)
Karl-Theodor zu Guttenberg steht vor dem Untersuchungsausschuss zum Fall Kundus (AP)

Die SPD macht im Kundus-Untersuchungsausschuss Druck auf Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Der Minister soll seine abweichende Version der Abläufe des Luftschlags von Kundus vor seinen entlassenen Beratern erläutern.

Es bestehe der Verdacht, dass der Minister das Parlament und die Öffentlichkeit belüge, begründete SPD-Obmann Rainer Arnold seinen Vorstoß. Zu Guttenberg hatte die Entlassung von Generalinspekteur Schneiderhan und Staatssekretär Wichert vor dem Ausschuss damit begründet, dass sie ihm Informationen über den Luftangriff auf zwei von Taliban entführte Tanklaster bei Kundus vorenthalten hätten. Das wurde von Schneiderhan vor dem Untersuchungsausschuss anders dargestellt.

Zu Guttenberg hatte am Donnerstag vor dem Untersuchungsausschuss sein Vorgehen verteidigt und auf seiner Version des Informationsflusses beharrt. Bei seiner Einschätzung des Luftschlags räumte zu Guttenberg Fehler ein.


Oberst Georg Klein, verantwortlich für den Nato-Luftangriff auf zwei Tanklaster in Afghanistan. (AP)Oberst Georg Klein, verantwortlich für den Luftangriff auf zwei Tanklaster (AP)Am 4. September 2009 hatte der Bundeswehr-Oberst Georg Klein in Afghanistan zwei Tanklastzüge bombardieren lassen, die stecken geblieben und mutmaßlich von Taliban gestohlen worden waren. Oberst Klein sah die Kaperung als potenzielle Vorbereitung für einen Anschlag an und ordnerte das Bombardement an.

Das Ermittlungsverfahren gegen Oberst Klein wurde inzwischen eingestellt.

Chronologie des Bombardements auf tagesschau.de

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:35 Uhr