Steinbrück erweitert Wahlkampfteam

Das Thema Finanzen soll Chefsache werden

Kanzlerkandidat Steinbrück beruft Zypries, Schwesig und Pronold in sein Wahlkampfteam (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)
Kanzlerkandidat Steinbrück beruft Zypries, Schwesig und Pronold in sein Wahlkampfteam (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück hat sein Beraterteam um drei Mitglieder erweitert – unter ihnen sind zwei Frauen: die frühere Bundesjustizministerin Zypries und die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern Schwesig. Wie schon erwartet, wurde außerdem der bayerische SPD-Landeschef Pronold berufen.

Steinbrück nominierte die frühere Bundesjustizministerin Brigitte Zypries für Verbraucherthemen in sein Wahlkampfteam. Die 59-Jährige ist derzeit Justiziarin der SPD-Bundestagsfraktion. Zu ihren Zielen im Falle eines Wahlsiegs zählte sie eine Regulierung der Gesundheitsleistungen, die nicht von den Kassen gezahlt werden. Außerdem will sie eine Deckelung der Zinsen für einen Dispositionskredit bei acht Prozent durchsetzen und eine europaweite Kennzeichnungspflicht für Tiere erreichen, die mit genveränderten Pflanzen gefüttert wurden.

Zypries war von 2002 bis 2009 Bundesjustizministerin - zunächst in der rot-grünen Regierung unter Kanzler Gerhard Schröder, dann in der großen Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Erste Ostdeutsche im Schattenkabinett

Für die Themen Frauen, Familie und den Aufbau Ost berief Steinbrück die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig in sein Schattenkabinett, als erste Ostdeutsche. Die 39-jährige Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern gehörte bereits 2009 dem "Kompetenzteam" des damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier an. Sie will unter anderem die Rechte der Frauen stärken und forderte in diesem Zusammenhang ein Entgeltgleichheitsgesetz, wie unsere Korrespondentin Marina Schweizer im Deutschlandfunk berichtet.

Um die Bereiche Verkehr, Bau und Wohnen soll sich - wie schon am Freitag bekannt wurde - der bayerische SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold kümmern. Das Thema Finanzen will der Kanzlerkandidat zur Chefsache machen und keinen weiteren Spezialisten dafür in sein Team holen.

Steinbrück hatte Mitte Mai die ersten drei Mitglieder seines Teams vorgestellt: den IG-Bau-Chef Klaus Wiesehügel für den Bereich Arbeit, SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann für das Thema Inneres und die Designprofessorin Gesche Joost für die Netzpolitik. Vier bis sechs weitere Berufungen sollen noch folgen.

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe kritisierte das Wahlkampfteam Steinbrücks als rückwärtsgewandt. Mit Pronold sei neben Wiesehügel bereits der zweite vehemente Kritiker der Sozialreformen der Agenda 2010 berufen worden. "Das ist personell und programmatisch kein Angebot an die Mitte unsere Gesellschaft, sondern ein Angebot an die Linkspartei."

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:11 Uhr