Startseite > zu klären > Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts > Beitrag vom 06.10.2011

Steve Jobs ist tot

Langjähriger Apple-Chef erlag seinem Krebsleiden

Von Klaus Remme

Apple-Mitbegründer Steve Jobs ist mit 56 Jahren in Kalifornien gestorben. (picture alliance / dpa / John G. Mabanglo)
Apple-Mitbegründer Steve Jobs ist mit 56 Jahren in Kalifornien gestorben. (picture alliance / dpa / John G. Mabanglo)

Noch am Dienstag, als Apple das neue iPhone vorstellte, war über einen persönlichen Auftritt von Steve Jobs spekuliert worden. Inzwischen ist klar, Jobs hat mit seinem Rücktrittsschreiben Ende August als Konzernchef fast bis zum Schluss durchgehalten.

Apple hat einen Visionär, ein kreatives Genie verloren, die Welt einen außergewöhnlichen Menschen, so schreibt das Unternehmen auf seiner Internet-Seite und hat dazu ein schlichtes Schwarz-Weiß-Bild von Steve Jobs gestellt, der Apple 1976 in einer Garage gründete, zusammen mit Steve Wozniak.

Seit seiner Krebsdiagnose 2004 kämpfte Jobs mit gesundheitlichen Problemen. Ein Jahr später sprach er zu Studenten der Stanford Universität. Der Gedanke an die eigene Sterblichkeit habe ihm bei wichtigen Entscheidungen immer geholfen. Die Angst zu versagen, der eigene Stolz, die Erwartungen anderer, all das wird dann unwichtig, man hat doch nichts zu verlieren, so Jobs damals.

Mutig genug, quer zu denken, kühn genug, zu glauben, er könne die Welt verändern und ausreichend Talent, um es tatsächlich zu tun, so würdigte Präsident Obama den Verstorbenen. Die US-Medien suchen nach Vergleichen, der moderne Thomas Edison, ein zweiter Henry Ford, ein Walt Disney des 21. Jahrhunderts, so heißt es. Und in der Tat: Jobs war Erfinder, Unternehmer und Entertainer.

Wenn er mit seinen Markenzeichen - Turnschuh, Bluejeans, schwarzer Pulli - die Bühne betrat, um neue Produkte vorzustellen, dann stimmte alles, Technik, Design, Marketing. Der Macintosh revolutionierte die Computerwelt, der iPod die Musikindustrie, das iPhone die Telekommunikation. Wenn andere abwinkten, sah Jobs Chancen, wie im vergangenen Jahr, als er mit dem iPad eine profitable Lücke zwischen Smartphone und Laptop erspähte.

Mitte der 80er-Jahre haben sie ihn einmal ausgebootet bei Apple, Jobs nutzte die Zeit für ein neues Betriebssystem und half Pixar auf die Beine, dem Animationsstudio, das mit Streifen wie der "Toy Story"-Trilogie und "Findet Nemo" Filmgeschichte schrieb. Mitte der 90er kam Jobs zurück zu Apple, eilte mit der Marke seitdem von Rekord zu Rekord, doch in den letzten Jahren wurden diese Meilensteine von gesundheitlichen Rückschlägen überschattet. Trotz einer Lebertransplantation 2009 wurde Jobs zunehmend hager, trat seltener in der Öffentlichkeit auf. Sein Ratschlag für die Stanford-Studenten 2005 klingt wie ein Vermächtnis: Eure Zeit ist begrenzt, verschwendet sie nicht, folgt eurem Herz und eurer Intuition, alles andere ist zweitrangig.

Steve Jobs hat sein Unternehmen, so gut es geht, auf diesen Tag vorbereitet. Er ist 56 Jahre alt geworden und starb im Kreis seiner Angehörigen. Er hinterlässt seine Frau und drei Kinder.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:44 Uhr