Startseite > _Archiv > Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts > Beitrag vom 07.11.2006

Stimmungstest für Bush

US-Kongresswahlen haben begonnen

US-Präsident Bush spricht auf einer Kundgebung zu den Kongresswahlen in Topeka, der Haupstadt von Kansas. (AP)
US-Präsident Bush spricht auf einer Kundgebung zu den Kongresswahlen in Topeka, der Haupstadt von Kansas. (AP)

In den USA wird heute ein neuer Kongress gewählt. Zu bestimmen sind alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses sowie 33 der 100 Senatoren. In 36 der 50 Einzelstaaten finden außerdem Gouverneurswahlen statt. Die so genannte Zwischenwahl gilt als wichtiges Stimmungsbarometer für die Politik des republikanischen Präsidenten George W. Bush, dessen Amtszeit in zwei Jahren endet.

Umfragen zufolge haben die oppositionellen Demokraten gute Chancen, zumindest im Repräsentantenhaus die Mehrheit zu erobern. Aber auch im Senat müssen die Republikaner um ihre Vorherrschaft bangen. In der Kritik steht Bush vor allem wegen seiner Irak-Politik. Die Mehrheit der Amerikaner lehnt den Irak-Einsatz laut Umfragen mittlerweile ab.

Der Historiker Detlef Junker sagte, eine Mehrheit der Demokraten im Repräsentantenhaus halte er für möglich, dann allerdings werde Bush mehr Kompromisse eingehen müssen. Er glaube außerdem, dass nach den Wahlen eine Initiative zum Rückzug aus dem Irak gestartet werde, sagte Junker im Deutschlandfunk.

Wahlberechtigt sind rund 200 Millionen Amerikaner. Die ersten Wahllokale öffneten am Morgen an der Ostküste, nach mitteleuropäischer Zeit um 12 Uhr. An der Westküste schließen die letzten Wahllokale erst am Mittwoch um 6 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Mit ersten Ergebnissen wird gegen 1 Uhr nachts in Europa gerechnet.

Bush ruft zur Stimmabgabe auf

Im Wahlkampfendspurt konzentrierten sich Demokraten und Republikaner darauf, ihre Anhänger zur Stimmabgabe zu mobilisieren. Bei Wahlen, bei denen nicht auch der Präsident gewählt wird, geben in den USA oft nur 40 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Auch Bush appellierte am Dienstag an die Amerikaner, ihre Stimme abzugeben. "Wir leben in einer freien Gesellschaft, und unsere Regierung ist nur so gut, wie die Bereitschaft unseres Volkes, sich zu beteiligen. Deshalb tun Sie Ihre Pflicht, wählen Sie - egal, für wen Sie sind", sagte Bush im texanischen Crawford, wo er eine Ranch hat.

Republikaner und Demokraten ließen sich den Wahlkampf insgesamt 225 Millionen Dollar (177 Millionen Euro) kosten. Das geht aus den unabhängigen Wahlkampfkostenberichten hervor, die bis Montag bei der Bundeswahlkommission in Washington eingereicht wurden. Das Geld wurde der Aufstellung zufolge vor allem in besonders umkämpfte Wahlbezirke und Staaten gesteckt.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:19 Uhr