(Deutschlandradio)
Das Literarische Colloquium Berlin (Deutschlandradio)

Studio LCB

Lesung

Im Literarischen Colloquium Berlin, Am Sandwerder 5

Lesung: Tomer Gardi

Gesprächspartner: Tania Martini und Noam Brusilovsky

Moderation: Katharina Teutsch

Als Tomer Gardi beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt aus seinem Roman "Broken German" las, war die Jury gespalten. Ist das noch Deutsch, fragte man sich im Jahr 2016? Darf man so etwas zur Literatursprache erklären? In diesem Jahr hat Tomer Gardi mit seinem Roman "Eine runde Sache" den Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen. Das Buch besteht aus zwei Teilen, die zusammen alles andere als eine runde Sache ergeben. Erst wird darin nämlich ein jüdischer Autor mit der Flinte durch den deutschen Wald gejagt. Dann wird ein bissiger Schäferhund mit einem Sex Toy gezähmt. Und schließlich wird im zweiten, aus dem Hebräischen übersetzten Teil des Romans das Leben des indonesischen Malers Raden Saleh erzählt, der im 19. Jahrhundert an verschiedenen europäischen Höfen Karriere machte.

In unterschiedlichen Sprachen, Genres und Stilen geht es um die Frage des Fremdseins – einmal die Fremdheit des Migranten ebenso wie die genuine Fremdheit des Künstlers. Tomer Gardi, der kein Muttersprachler ist, erfindet dabei die deutsche Sprache neu in einem zauberhaft fehlerhaften Stil. Mit ihm diskutieren im Literarischen Colloquium die Journalistin Tania Martini und der israelisch-deutsche Theaterregisseur Noam Brusilovsky. In seinem Pressekommentar zur Preisverkündung schrieb der derzeitige PEN-Präsident Deniz Yücel, die Entscheidung der Jury sei "ein Alptraum für Oberstudienräte und andere Leute, die ihren Stolz auf Dichter und Denker dieses Landes vor sich hertragen, ohne sie je gelesen zu haben". Ob das stimmt und falls ja, weshalb, erfahren sie im "Studio LCB".

Sendungen:
28. Mai 2022, 20.05 Uhr, "Studio LCB", Deutschlandfunk
29. Mai 2022, 0.05 Uhr, "Studio LCB", Deutschlandfunk Kultur

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