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Südafrikas Präsident Zuma als Parteichef wiedergewählt

Starkes Ergebnis trotz Korruptionsskandalen und Misswirtschaft

Präsident und ANC-Chef Jacob Zuma bei seiner Rede (picture alliance / dpa / Kim Ludbrook)
Präsident und ANC-Chef Jacob Zuma bei seiner Rede (picture alliance / dpa / Kim Ludbrook)

Auf dem Parteitag der südafrikanischen Regierungspartei ist der amtierende Präsident des Landes, Jacob Zuma, mit großer Mehrheit als Parteichef wiedergewählt worden. Die Stimmung unter den Delegierten ist gemischt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Zuma.

Der südafrikanische Präsident Jacob Zuma ist als Chef der Regierungspartei ANC wiedergewählt worden. Der 70-jährige Staatschef setzte sich bei der Abstimmung auf dem Parteitag des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) in Manguang bei Bloemfontein mit großer Mehrheit gegen seinen Herausforderer, den amtierenden Vizepräsidenten Kgalema Motlanthe, durch. Er bekam rund drei Viertel der fast 4000 Delegiertenstimmen, berichtet unser Korrespondent Jan-Phillipe Schlüter.

Die Wahl gilt als Vorentscheidung für die Präsidentenwahl 2014

Die Wahl gilt als Vorentscheidung über den künftigen Präsidenten Südafrikas, da der Parteichef traditionell der Spitzenkandidat ist. Die nächsten Wahlen finden 2014 statt. Zuma ist seit 2007 ANC-Chef und seit 2009 Staatspräsident. Seine Wiederwahl war erwartet worden, obwohl ihm in den vergangenen Jahren wiederholt Misswirtschaft und Korruption vorgeworfen wurden.

Zumas Partei wird derzeit von Skandalen erschüttert. Bei seiner Rede, die er am Sonntag auf dem Parteitag hielt, hatte er die Korruptionstendenzen innerhalb der Regierung kritisiert und dafür lautes Gelächter geerntet. Schließlich war Zuma selbst schon mehrmals wegen Korruptionsvorwürfen angeklagt, auch stand er schon wegen Vergewaltigung vor Gericht. Jüngst wurde er beschuldigt, mit Steuergeld sein Privatanwesen luxuriös ausgebaut zu haben. Seine weitläufige Familie soll 80 Unternehmen besitzen, die oft Staatsaufträge bekommen.

Dennoch meisterte Zuma den Wahlkampf souverän und setzte sich auch gegen die Kampfkandidatur des amtierenden Vizepräsidenten durch. Der bullige Mann aus dem Volk der Zulu ist Ehemann dreier Frauen und Vater von 20 Kindern. Der Parteichef, der sich gerne im Leopardenfall und bewaffnet mit einem Speer in Szene setzt, stammt aus einfachen Verhältnissen. Als Kind hütete er Vieh, eine formale Schulbildung bekam er nicht. Seine Ausbildung erhielt er stattdessen duch illegale Schulen der Gewerkschaften und durch die Partei.

Südafrika hat viele wirtschaftliche Probleme

Dabei steht Südafrika vor vielen Problemen: Die Bonität des Landes wurde im November herabgestuft, die Wirtschaft verzeichnet Verluste in Milliardenhöhe, ausländische Investoren ziehen sich aus dem Land zurück, die Arbeitslosenquote liegt bei 25 Prozent.

Viele Parteimitglieder haben die Nase voll von den vielen Skandalen und der Korruption, die die Regierungszeit Zumas prägen. "Zuma muss weg, damit wir eine glaubwürdige Partei und Regierung haben", sagte ein Delegierter am Rande des Parteitages. Zuma wolle nur sich und seine Familie bereichern.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:03 Uhr

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