Tag des Offenen Denkmals 2021 Ausstellung über Walter Borchard

Ovale Treppenhaus im Berliner Funkhaus (© Deutschlandradio / Landesdenkmalamt Berlin)
Das ovale Treppenhaus im Berliner Funkhaus (© Deutschlandradio / Landesdenkmalamt Berlin)

Zum Tag des Offenen Denkmals 2021 präsentieren wir online eine aktualisierte Ausstellung über Walter Borchard, Architekt des Berliner Funkhauses.

Noch sind keine Funkhausführungen zum Tag des offenen Denkmals möglich, wie es zu Vor-Pandemie-Zeiten üblich war. Bis 2019 besuchten zu diesem Anlass jährlich rund 500 Gäste das Berliner Funkhaus, um sich über den Bau, seine Geschichte und Deutschlandradio zu informieren. 

Als zumindest kleinen Ersatz dafür präsentieren wir vorab online die frisch überarbeitete Ausstellung über Walter Borchard, den Architekten des Berliner Funkhauses. Der Architekturjournalist Adolf Stock hat die Ausstellung, deren erste Version aus dem Jahr 2002 ebenfalls von ihm entwickelt worden war, aktualisiert und um neue Erkenntnisse ergänzt.  

Über die Ausstellung und das Berliner Funkhaus

Das Funkhaus am Hans Rosenthal-Platz hat eine wechselvolle Geschichte. Von 1938 bis 1941 als Verwaltungsgebäude für die Bayerische Stickstoffwerke AG gebaut, wurde es nach dem Krieg von den amerikanischen Alliierten beschlagnahmt. 1948 zog dort ihr Rundfunksender ein, der RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor). Rund 45 Jahre strahlte er von hier sein Programm aus, bis zur Gründung von Deutschlandradio: 1994 fusionierte der RIAS mit DS Kultur zu DeutschlandRadio Berlin, heute Deutschlandfunk Kultur. 

Die Ausstellung stellt die Baugeschichte des Gebäudes dar und ordnet es in die Architektur der Zeit ein. So ist das Haus im Stil der Neuen Sachlichkeit erbaut, von der Walter Borchard ein bedeutender Vertreter war. In dem Bau nahm er Strömungen der Zeit auf, wie etwa die Stahlskelettbauweise, die markante runde Ecke und ein Treppenhaus in der Tradition der klassischen Moderne. Es gibt ebenso auch einige wenige stilistische Konzessionen an den Zeitgeist des Nationalsozialismus, vor allem die wuchtigen Fenster- und Türlaibungen aus Naturstein. 

Das Funkhaus steht seit 1995 unter Denkmalschutz aufgrund "der herausragenden geschichtlichen Bedeutung des Gebäudes in Verbindung mit seiner wissenschaftlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung" (Zitat aus der Begründung), und normalerweise werden jedes Jahr, nicht nur zum Tag des offenen Denkmals, bis zu 100 Besuchergruppen durch das Haus geführt. Wir hoffen, dass dies im kommenden Jahr auch wieder möglich sein wird.

Die aktualisierte Ausstellung können Sie hier als PDF ansehen. 

Über die Anfänge des RIAS und das Gebäude von Walter Borchard äußert sich der ehemalige stellvertretende Verwaltungsdirektor des RIAS, Hans Hess, Anfang 2019 im Gespräch mit Adolf Stock.

Das Funkhaus im Bau, umgeben von Gerüsten um 1940.  (© Deutschlandradio )Das Funkhaus im Bau um 1940. (© Deutschlandradio )

Letzte Änderung: 13.09.2021 13:19 Uhr