Terrorwarnung: Innenminister mahnen Bürger zur Ruhe

Sicherheitsxperten betonen: Anschlagsgefahr weiter hoch

Ein Polizist sichert die Einfahrt zum Oberlandesgericht in Düsseldorf. (AP)
Ein Polizist sichert die Einfahrt zum Oberlandesgericht in Düsseldorf. (AP)

Die Innenminister der Länder haben sich in Hamburg getroffen, um über die jüngsten Terrorwarnungen zu beraten. Grund dazu lieferte auch ein Bombenalarm in einem deutschen Flugzeug. Auf einem Air-Berlin-Flug von Windhuk nach München war ein verdächtiges Gepäckstück mit Kabeln und Zünder entdeckt worden.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte am Rande der Innenministerkonferenz in Hamburg, die Einzelheiten im Zusammenhang mit dem sichergestellten Paket könnten erst in den kommenden Tagen geklärt werden und betonte: "Die Kontrollen haben jedenfalls funktioniert."

Laut dem Bundesinnenminister möchte der internationale Terrorismus "in unserem Land Angst und Schrecken verbreiten". Das würden die Behörden aber nicht zulassen. Schärfere Sicherheitsgesetze hält de Maizière angesichts der Anschlagspläne in Deutschland nicht für notwendig. Bund und Länder hätten alle nötigen Maßnahmen ergriffen.

Auch die Länderinnenminister sprechen weiterhin von einer hohen Gefahrenlage, mahnen aber zu Ruhe. In einer gemeinsamen Erklärung appellierten sie an die Bürger, ihre freiheitlichen Lebensgewohnheiten ohne Angst beizubehalten.

Konkret sagte Berlins Innensenator Erhart Körting im Deutschlandfunk, er schätze die Situation als brisanter ein als vor der Bundestagswahl 2009.

Körtings rheinland-pfälzischer Amtskollege Bruch betonte im Südwestrundfunk, mutmaßliche Anschlagsziele seien Großstädte. Durch eine erhöhte Polizeipräsenz wolle man daher potenziellen Attentätern zeigen, dass man gewappnet sei.

Deutschland sei seit einigen Jahren im Fadenkreuz der Dschihadisten, sagte auch Terrorexperte Berndt Georg Thamm im Deutschlandradio Kultur. Das "Jahr zehn" nach den Anschlägen vom 9/11 habe eine besondere Symbolkraft für militante Islamisten.

Er erwähnte aber auch, dass in dieser Zeit ein intensiver internationaler Informationsaustausch entstanden sei. So gebe es eine sehr gute Zusammenarbeit nicht nur mit den Geheimdiensten in Europa, USA und Kanada, sondern auch mit den Diensten Israels, Jordaniens und Russlands sowie Kontakte nach Fernost.

Mehr Infos auf dradio.de:

Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Hans-Peter Friedrich, über die Folgen der Terrorwarnung

Presseschau vom 18. November 2010

Aufforderung zur Wachsamkeit: Kommentar zur Terrorwarnung des Bundesinnenministers

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:38 Uhr