Theaterpreis von Berliner Morgenpost und Deutschlandfunk Kultur Friedrich-Luft-Preis für "Show Me A Good Time" von Gob Squad

Erstmals verleihen Berliner Morgenpost und Deutschlandfunk Kultur die Auszeichnung gemeinsam

Die zwölfstündige Performance "Show Me A Good Time" des britisch-deutschen Theaterkollektivs Gob Squad, uraufgeführt und koproduziert von HAU Hebbel am Ufer und La Jolla Playhouse Without Walls Series (San Diego), erhält den Friedrich-Luft-Preis als beste Berliner und Potsdamer Aufführung des vergangenen Jahres 2020. ...

Der mit 7500 Euro dotierte Preis wird seit 1992 von der Berliner Morgenpost im Gedenken an den Berliner Theaterkritiker und Feuilletonisten Friedrich Luft (1911-1990) verliehen. Ab diesem Jahr stiften die Berliner Morgenpost und Deutschlandfunk Kultur die Auszeichnung gemeinsam. 

"40 Jahre lang hat Friedrich Luft das Berliner Theaterleben als Zeitungs- und als Radiofeuilletonist mit Leidenschaft und scharfer Zunge begleitet und als Kritiker Maßstäbe gesetzt", unterstreicht Hans Dieter Heimendahl, Kulturkoordinator von Deutschlandradio, die bimediale Inspiration durch den Namensgeber. "Dies ist ein ungewöhnliches Jahr für den Start der gemeinsamen Verleihung des Friedrich-Luft-Preises durch die Berliner Morgenpost und Deutschlandfunk Kultur, aber die Ausnahme ist ja geradezu das Herausragende, das Preiswürdige, das Friedrich Luft in seinen Theaterkritiken in der Zeitung und im Radio ebenso gesucht und zu würdigen versucht hat, wie wir es mit der Auszeichnung in seinem Namen versuchen."

In der Jurybegründung zu "Show Me A Good Time" heißt es: "Die Performerinnen und Performer von Gob Squad finden für ihre hybride Kontaktaufnahme bereits sehr früh in diesem besonderen Jahr ein Format, das die Leerstellen, die das pandemiebedingt abwesende Theater hinterlässt, eindrucksvoll offenlegt und bespielt. Sie zelebrieren jeden Moment als etwas einzigartig Kostbares, ganz gleich ob er banal, ernst oder pathetisch ist, und entwickeln daraus eine kluge Poesie des Alltags in nicht-alltäglichen Zeiten."  

Zur Jury gehören neben Hans Dieter Heimendahl auch die Theaterredakteurin Susanne Burkhardt, die Theaterkritikerin Katrin Pauly, die Schauspielerinnen Martina Gedeck und Claudia Wiedemer, die Schriftstellerin Lucy Fricke, der Regisseur Jürgen Flimm, der Gründungsintendant des Deutschlandradios, Ernst Elitz, sowie der Leiter des Kulturressorts der Berliner Morgenpost, Felix Müller. 

Insgesamt sieben Theaterarbeiten aus dem Jahr 2020 waren für den Friedrich-Luft-Preis nominiert, viele davon wurden digital oder als Livestream gezeigt. Neben dem Gewinnerstück diskutierte die Jury "Tornado", inszeniert von Tobias Rausch am Theaterdiscounter, Sarah Kanes Stück "4.48 Psychose" in der Regie von Ulrich Rasche am Deutschen Theater, die "Elektra"-Inszenierung am Berliner Ensemble von Rieke Süßkow, das Sibylle-Berg-Stück "Und sicher ist mit mir die Welt verschwunden", inszeniert am Gorki von Sebastian Nübling, Sebastian Hartmanns Version von "Der Zauberberg" am Deutschen Theater und in den dortigen Kammerspielen "Woyzeck Interrupted", realisiert von Regisseur Amir Reza Koohestani. 

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Ein Mann ist von oben zu sehen, wie er an einem Tisch mit dem Computer und mehreren anderen digitalen Geräten wie Notebook, Smartphone, Smartwatch arbeitet.  (imago / Westend61)

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