Tobias Franke-Polz

„Return To Sender“

Aufnahme von Tobias Franke-Polz.  (© Tobias Franke-Polz)
Tobias Franke-Polz in Berlin. (© Tobias Franke-Polz)

Kennen Sie Hof? Früher Zonenrandgebiet, heute "in Bayern ganz oben", so die Marketing-Abteilung der 50.000-Einwohner-Stadt. Als Tor zur Welt gilt sie den meisten trotzdem nicht. Mir schon. Denn neben Berlin sendete von hier aus der legendäre RIAS in die DDR, ganz rauschfrei über UKW.

Klang der Freiheit

Ich wuchs in der Nähe von Jena auf, in Thüringen. Aus Radiosicht gehörte ich damit zu den Privilegierten mit Westprogramm und Anschluss an die große weite Welt hinter der Mauer. Ich erfuhr nicht nur, welcher Titel in den Charts zum Höhenflug ansetzt oder ob es am Tauentzien mal wieder Stau gibt, sondern auch, wie die Welt auf Tschernobyl blickt oder was die DDR-Opposition so sagt. Das Freiheitsgelöbnis, das noch heute zur gleichnamigen Glocke bei Deutschlandfunk Kultur zu hören ist, kannte ich auswendig. Einziges Problem: Groß sagen durfte man das in der DDR auch in den Achtzigern, der Zeit meiner Adoleszenz, niemandem. Es ist eine besonders feine Ironie des Schicksals, dass der "Klang der Freiheit" seit mittlerweile 15 Jahren quasi vor meinem Wohnzimmer zu hören ist. Ich zog damals nach Berlin-Schöneberg, Heimat der Glocke – und des RIAS. Und hier, sozusagen "Return To Sender", schließt sich der Kreis: Denn seit sieben Jahren arbeite ich genau dort, in einem geschichtsträchtigen Funkhaus, in der Pressestelle von Deutschlandradio.

STECKBRIEF
Name: Tobias Franke-Polz
Position: Redakteur Presse 
Lieblingssendung: Informationen am Morgen, Mo. – Fr., 5.05 – 8.50 Uhr 

Unermessliche Themenvielfalt

Wie das aussieht, Pressearbeit für ein Medienhaus? In einem kleinen, aber feinen Team arbeiten wir daran, berichtenswerte Themen rund um die drei Programme, das Haus und seine digitalen Angebote interessant aufzubereiten. Wir kommunizieren zu Sendungen oder Podcasts genauso wie über medienpolitische Themen. Unser "Publikum" sind Zeitungen und Zeitschriften, Online- und Branchendienste, Blogs oder Agenturen, um nur einige zu nennen. Wir arbeiten mit Pressemitteilungen und Pressegesprächen, Interviews und jeder Menge Telefonaten und Mails. Heiß glühen die Leitungen oft bei mal wieder als "eilig" markierten Presseanfragen, zum Beispiel zu Personal- oder Strukturfragen oder mit Programmkritik. Das ist dann aber kein Grund zur Klage – im Gegenteil. Denn es zeigt das Interesse an unserem Haus. Und das ist in einer Zeit, in der Medienseiten und Medienredaktionen immer weiter ausgedünnt werden, nicht selbstverständlich. Die Einsparungen in vielen Verlagshäusern haben es in sich, auch für unsere Arbeit. Auf der anderen Seite steht die nahezu unermessliche Themenvielfalt in unseren Programmen – die ist und bleibt eine Schatztruhe für jede Pressestelle.

Tobias Franke-Polz, 
Redaketur Presse beim Deutschlandradio 


Aus dem Programmheft, Ausgabe Mai 2021