Tödliche Schüsse in Shoppingmall in Nairobi

Islamistische Al-Shabaab-Miliz bekennt sich zum Anschlag

Menschen fliehen aus dem Westgate-Einkaufszentrum in Nairobi. (AFP / Simon Maina)
Menschen fliehen aus dem Westgate-Einkaufszentrum in Nairobi. (AFP / Simon Maina)

18 Maskierte haben in einem Einkaufszentrum in Kenias Hauptstadt Nairobi um sich geschossen. Das Rote Kreuz geht von mindestens 30 Toten aus. Die Täter sollen Geiseln genommen haben. Augenzeugen berichten, dass Muslime das Gebäude verlassen durften.

Sie eröffneten sofort das Feuer: 18 maskierte Täter stürmten das Westgate-Einkaufszentrum in Nairobi und schossen um sich. Auch sei eine schwere Explosion zu hören gewesen. Von mindestens 30 Toten und 50 weiteren Verletzten, spricht der Chef des Roten Kreuzes, Abbas Gullet. Die Angreifer hätten Geiseln genommen, berichtete ein Polizeisprecher. Der Polizeichef von Nairobi sprach von einem terroristischen Akt. Die islamistische Al-Shabaab-Miliz aus Somalia hat sich inzwischen zu dem Anschlag bekannt. Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten Aufständischen verbreiteten die Mitteilung: "Die Mujahedin drangen heute gegen Mittag in die Westgate Mall ein", ihr Kampf gelte den kenianischen Ungläubigen.

Muslime wurden verschont

Die Wachmänner, die die Täter sahen, berichteten, dass diese wahllos um sich geschossen hätten. Ein weiterer Betroffener berichtete, dass die Angreifer allen Muslimen im Einkaufszentrum freies Geleit angeboten hätten. "Sie befahlen den Muslimen aufzustehen und die Mall zu verlassen. Nur die Nicht-Muslime würden beschossen."

Einkaufszentrum liegt in wohlhabender Gegend

Das Westgate-Einkaufszentrum ist vor allem bei reichen Einheimischen und Ausländern beliebt. Bereits im Vorfeld der Ereignisse hatte die islamistische Al-Shabaab-Miliz, die im benachbarten Somalia aktiv ist, mit einem Angriff auf das Einkaufszentrum gedroht, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Kenianische Streitkräfte waren vor zwei Jahren in Somalia eingedrungen, um bei der Bekämpfung militanter Gruppen zu helfen. Seitdem gibt es immer wieder Anschlagsdrohungen gegen Hotels und Nachtclubs in Kenia.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:17 Uhr