Trübe Wirtschaftsaussichten in der Eurozone

EU-Kommission stellt Frühjahrsprognose vor

Die EU-Kommission erwartet erst 2014 einen Wirtschaftsaufschwung (dpa / Christian Charisius)
Die EU-Kommission erwartet erst 2014 einen Wirtschaftsaufschwung (dpa / Christian Charisius)

EU-Kommissar Olli Rehn hatte bei der Vorstellung des Frühjahrsgutachtens keine guten Nachrichten: Europas Wirtschaft kommt nur langsam in Fahrt. Grund sind die Rezessionen in mehreren Ländern.

<p>"Nach der Rezession, die das Jahr 2012 geprägt hat, wird eine Stabilisierung der Wirtschaft in der EU in der ersten Hälfte 2013 erwartet", erklärte der EU-Kommissar für Wirtschaft und Währung, Olli Rehn, bei der Vorstellung des Frühjahrsgutachtens. Konkret erwartet die Kommission, dass die Wirtschaftskraft der Eurozone in diesem Jahr um 0,4 Prozent schrumpfen wird. Ab der zweiten Jahreshälfte wird ein leichter Wachstumsanstieg prognostiziert. Aber erst 2014 soll es wieder ein Wachstum von 1,2 Prozent geben. <br /><br />Im Februar lag die Prognose noch bei einem geringeren Minus von 0,3 Prozent und berechnete für das Jahr 2014 ein Wachstum von 1,4 Prozent.<br /><br /><br /><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/swf/xflv/showIt3ebs.swf" width="450" height="253" id="showIt" style="width: 450px; height: 253px;"><param name="movie" value="http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/swf/xflv/showIt3ebs.swf"/><param name="menu" value="true" /><param name="quality" value="high" /><param name="wmode" value="opaque" /><param name="swliveconnect" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="scalemode" value="showall" /><param name="allowfullscreen="allowfullscreen"" value="true" /><param name="flashvars" value="configXml=http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/player/macros/ebstd/config.xml?sid=228865$embed=23A7E$language=or&plugin_version=9.0.115&autoPlay=true" /></object><em>Pressekonferenz des EU-Kommissars Olli Rehn zum Frühjahrsgutachten am 03.05.2013.</em><br /><br /><br />Die Wachstumsentwicklungen in den einzelnen Euro-Ländern sind sehr unterschiedlich, "das heißt, die Spaltung in der EU vertieft sich weiter", <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/05/03/dlf_20130503_1212_c1fc9158.mp3" title="Korrespondentenbericht im DLF vom 03.05.2013 (MP3-Audio)">resümiert Jörg Münchenberg, Korrespondent in Brüssel</a>. Für Deutschland erwartet die EU-Kommission in diesem Jahr ein Wachstum von 0,4 Prozent und prognostiziert für das kommende Jahr 1,8 Prozent. Im Krisenland Zypern soll die Wirtschaftsleistung hingegen in den beiden Jahren um insgesamt 12,6 Prozent einbrechen. In Griechenland erwartet die EU-Kommission nach einem Minus in diesem und somit im sechsten Jahr in Folge (minus 4,2 Prozent) für das kommende Jahr eine Rückkehr zum Wachstum mit 0,6 Prozent.<br /><br /></p><p><strong>Frankreichs Wirtschaftskraft schrumpft</strong></p><p>Nach Diskussionen um die wirtschaftliche Verfassung Frankreichs in den vergangenen Wochen rückte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone nun erneut in den Fokus: In diesem Jahr schrumpft die Wirtschaftskraft des Landes der Prognose zufolge um 0,1 Prozent, bevor sie erst 2014 wieder um 1,1 Prozent wachsen soll. <br /><br />Im Februar hatte die EU-Kommission noch erwartet, dass Frankreichs Wirtschaft um 0,1 Prozent beziehungsweise um 1,2 Prozent wächst. Gegen die EU-Defizitvorgabe von 3,0 Prozent des Wirtschaftswachstums verstößt Frankreich in diesem und im kommenden Jahr mit Defiziten von 3,9 und 4,2 Prozent den Erwartungen aus Brüssel zufolge deutlich. <br /><br /></p><p><strong>Aufschub für Defizitabbau</strong></p><p>Die EU-Kommission will jedoch Frankreich und auch das hochverschuldete Spanien mehr Zeit zum Sparen einräumen. Die Defizte der Länder sollten mit einem Aufschub von zwei Jahren bis 2015 beziehungsweise 2016 auf die Obergrenze gedrückt werden. Für Spanien rechnet die Kommission mit einer Neuverschuldung von 6,5 Prozent bei einem Minus von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.<br /><br />EU-Währungskommissar Olli Rehn machte auf die sozialen Folgen der Krise aufmerksam: "Angesichts der sich hinziehenden Rezession müssen wir alles Mögliche tun, um die Krise der Arbeitslosigkeit in Europa zu überwinden." <br /><br />Die Arbeitslosenquote verharrt im laufenden und kommenden Jahr in der Eurozone bei jeweils gut zwölf Prozent, wie der Frühjahrs-Konjunkturprognose zu entnehmen ist. Im Mittelpunkt stehen laut Rehn deshalb Wachstum und neue Jobs. "Die Haushaltssanierung geht weiter, aber ihr Tempo verlangsamt sich", so der Finne.<br /><br /><br /><em>Mehr zum Thema:</em><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="244997" text="Die EZB und die Zinssenkung" alternative_text="Die EZB und die Zinssenkung" /> - Stimulus für Konjunktur und Börsen<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="244640" text="Deutsche Konjunktur läuft gut" alternative_text="Deutsche Konjunktur läuft gut" /> - Bundesregierung hebt Wachstumsprognose leicht an<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="244640" text="&quot;Wachstum generiert man nicht nur über neues Geld&quot;" alternative_text="&quot;Wachstum generiert man nicht nur über neues Geld&quot;" /> - Ökonom hält Lockerung der Sparpolitik in der EU für falsch<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253177" text="Eurozone driftet bei Defizit auseinander" alternative_text="Eurozone driftet bei Defizit auseinander" /> - EU-Kommission bezeichnet Anwachsen der Staatsschulden als besorgniserregend<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="241651" text="Wirtschaftsweise senken Konjunkturprognose" alternative_text="Wirtschaftsweise senken Konjunkturprognose" /> - Sachverständigenrat erwartet Miniwachstum für 2013</p>

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:10 Uhr