TV-Duell: Biden gegen Ryan

Schlagabtausch der US-Vize-Kandidaten

Biden und Ryan bei der TV-Debatte (picture alliance / dpa / EPA / Michael Reynolds)
Biden und Ryan bei der TV-Debatte (picture alliance / dpa / EPA / Michael Reynolds)

Im einzigen Fernsehduell der Bewerber um das Amt des Vizepräsidenten haben sich der Demokrat Joe Biden und der Republikaner Paul Ryan eine hitzige Debatte geliefert. Hauptthema: die Außenpolitik.

"Endlich mal eine richtig gute Debatte, ein Feuerwerk zwischen den Kontrahenten" – so das Fazit der New York Times. In der einzigen TV-Debatte der Vize-Kandidaten ging es vor allem um die großen außenpolitischen Fragen. Dabei konnte nach Einschätzung der Washington Post der Demokrat Joe Biden punkten: "Im Gegensatz zu Obama war Biden sehr bestimmt, er hatte die prägnantesten Formulierungen", kommentiert das Blatt.

Der amtierende Vizepräsident gab sich in der 90minütigen Live-Diskussion, die aus Danville im Bundesstaat Kentucky übertragen wurde, kämpferisch und bezichtigte seinen republikanischen Kontrahenten der systematischen Wählertäuschung: "Nicht ein einziges Wort, das er gesagt hat, stimmt", meinte Biden.

Fokus auf Libyen und Iran

Ryan konterte und warf seinerseits der amtierenden Regierung Versagen vor. Die USA erlebten derzeit, wie sich die Außenpolitik von Präsident Barack Obama auflöse, erklärte der 42-jährige aus Wisconsin: "Der Präsident hatte seine Chance - es hat nicht funktioniert." Als Beispiel nannte er den Anschlag auf den US-Botschafter im libyschen Bengasi und die Politik gegenüber dem Iran. Die Regierung gehe zu lasch mit dem Regime in Teheran und dessen Atomprogramm um.

Biden griff dagegen konkrete Wahlkampfaussagen der Republikaner auf und nahm diese auseinander. Damit unterschied er sich deutlich von Barack Obama. Der hatte aus Sicht der Kommentatoren bei seinem ersten Duell mit seinem Herausforderer Mitt Romney in der vergangenen Woche müde und wenig aggressiv gewirkt.

Schlagabtausch: Präsident Obama und Herausforderer Romney beim TV-Duell (picture alliance / dpa / Shawn Thew)Obama beim ersten TV-Duell (picture alliance / dpa / Shawn Thew)

Gezielte Attacken gegen Romney

So nahm Biden zum Beispiel die umstrittene Aussage Romneys über die "47 Prozent" der Wähler ins Visier, die wegen ihrer Abhängigkeit vom Staat ohnehin für Obama stimmen würden: "Diese Leute sind meine Mutter und mein Vater, meine Nachbarn. Sie zahlen mehr Steuern als Gouverneur Romney." Der Multimillionär Romney hatte offengelegt, in den Jahren 2010 und 2011 Steuersätze von lediglich um die 14 Prozent gezahlt zu haben.

Obama gestand inzwischen selbst ein, im ersten Fernsehduell eine eher blasse Figur gemacht zu haben. "Ich hatte einen schlechten Tag", sagte der amtierende Präsident in einem Fernsehinterview. Das Online-Portal "Black America Web" zitierte ihn mit den Worten: "Ich war einfach zu höflich." Es sei schwierig gewesen, Romney immer wieder vorzuhalten, dass er nicht dieWahrheit sage.

Derzeit liegen Obama und Romney in Umfragen ungefähr gleichauf. Am kommenden Dienstag werden sich die beiden ein weiteres TV-Duell liefern.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr