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UNO-Sicherheitsrat verurteilt Anschläge von Reyhanli

Syrisches Regime aus Sicht der Türkei weiter unter Verdacht

Ein Bild der Verwüstung: Reynali nach den Bombendetonationen (picture alliance / dpa / Cem Genco/Anadolu Agency)
Ein Bild der Verwüstung: Reynali nach den Bombendetonationen (picture alliance / dpa / Cem Genco/Anadolu Agency)

Der UNO-Sicherheitsrat in New York hat den Doppelanschlag im türkischen Reyhanli nahe der syrischen Grenze aufs Schärfste verurteilt. Harald Kujat, ehemaliger Vorsitzender des NATO-Militärausschusses, ist skeptisch, ob das syrische Regime tatsächlich hinter der Terroraktion steht, wie von der türkischen Regierung behauptet.

Der Terrorismus in allen Formen sei eine der schlimmsten Bedrohungen für den Frieden und die Sicherheit, heißt es in einer Erklärung, die von den 15 Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrats einstimmig beschlossen wurde. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Durch die zwei Bombenanschläge waren am vergangenen Samstag 48 Menschen getötet und mehr als 100 weitere verletzt worden. Die türkische Regierung macht eine marxistische Gruppe mit Verbindungen zur syrischen Staatsführung dafür verantwortlich und droht Syrien dafür mit Vergeltung. Damaskus weist jegliche Vorwürfe zurück.

Harald Kujat: "Assad hat kein Interesse, sich weitere Feinde zu machen"

Harald Kujat, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr (picture alliance / dpa / Karlheinz Schindler)Harald Kujat, General a.D. (picture alliance / dpa / Karlheinz Schindler)Harald Kujat, General a.D. und ehemaliger Vorsitzender des NATO-Militärausschusses äußerte Zweifel an der Darstellung der Türkei. "Es gibt auch andere Optionen für einen solchen Anschlag," sagte er im Deutschlandfunk. Das gelte auch für das Thema chemische Waffen. Deren Einsatz sei im syrischen Bürgerkrieg zwar nachgewiesen worden, ungeklärt bleibe jedoch, wer das Giftgas verwendet habe. Nach seiner Einschätzung hat Syriens Machthaber Bashar al-Assad kein Interesse daran, sich weitere Feinde zu machen: "Er muss damit rechnen, dass die NATO geschlossen handelt".

Kujat sprach sich gegen ein militärisches Eingreifen in Syrien aus. Er denke nicht, dass es möglich und richtig sei, eine militärische Lösung herbeizuführen. Stattdessen sei es jetzt an der Zeit, dass die USA gemeinsam mit Russland eine politische Lösung suchten.

Waffen für die syrische Opposition?

Die USA und Großbritannien haben sich nach Angaben von Präsident Barack Obama und Premierminister David Cameron bei ihrem Treffen in Washington noch nicht entschieden, ob die syrische Opposition mit Waffen beliefert werden soll.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:11 Uhr