USA und Großbritannien schnüren Hilfspaket für Afrika

Annan lobt Initiative

Der britische Premierminister Tony Blair und US-Präsident George W. Bush im Weißen Haus (AP)
Der britische Premierminister Tony Blair und US-Präsident George W. Bush im Weißen Haus (AP)

UNO-Generalsekretär Annan hat das von Großbritannien und den Vereinigten Staaten angekündigte Hilfspaket für die notleidenden Länder Afrikas begrüßt. Andere Nationen sollten sich mit eigenen Beiträgen anschließen, sagte Annan in New York. Vor allem lobte er die konkrete Zusage von Soforthilfegeldern.

Die USA und Großbritannien streben auf dem G-8-Gipfel im nächsten Monat in Schottland einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder Afrikas an. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Premierminister Blair sagte Präsident Bush in Washington, den Staaten, die sich um Reformen bemühten, sollten sämtliche Verbindlichkeiten erlassen werden. Zudem kündigte er eine amerikanische Soforthilfe für Afrika von rund 670 Millionen Dollar an. Blair versprach zusätzliche Hilfsgelder in Höhe von 300 Millionen Dollar. Das Geld soll vor allem Äthiopien und Eritrea zugute kommen. Im Gegenzug verlangten sie die stärkere Bekämpfung der Korruption.

Schulden der EntwicklungsländerDer geplante Schuldenerlass betrifft Kredite, die die afrikanischen Staaten beim Internationalen Währungsfonds und der Weltbank aufgenommen haben. Durch die eingesparten Zinslasten für diese Milliardenschulden könnten die betreffenden Länder mehr in die Ausbildung ihrer Bürger, die Gesundheitsversorgung und andere soziale Bereiche investieren. Die Bemühungen Blairs, die Hilfsgelder für notleidende Regionen auf dem Kontinent zu erhöhen schlugen allerdings bislang fehl.

Blair hat das Thema Afrika zum Schwerpunkt G-8-Gipfels im Juli in Schottland gemacht. Dabei soll ein Entwicklungsplan für Afrika verabschiedet werden. Dafür will Blair zusätzliche 25 Milliarden US-Dollar als Hilfe der Industriestaaten einwerben. Die Finanzminister der G-8-Staaten werden sich am Freitag und Samstag in London treffen.

Neben der Bekämpfung der Armut in Afrika steht die globale Erwärmung im Mittelpunkt des USA-Besuchs von Blair. In diesem Zusammenhang machte Bush bereits klar, dass er das Kyoto-Protokoll zur Reduzierung der Treibhausgase weiterhin ablehnt. Bush argumentierte, die USA würden durch neue Wege bei der Klimaforschung daran arbeiten, das Problem der globalen Erwärmung anderweitig in den Griff zu bekommen.

Korrespondentenbericht zum Treffen von Tony Blair und George Bush von Siegfried Buschschlüter aus Washington.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:10 Uhr