Verbraucher verlieren Milliarden bei Altersvorsorge

Studie zur privaten Vorsorge im Auftrag der Grünen

Die Studie kritisiert vor allem schlechte Beratungen. (picture alliance / dpa / Jörg Schmitt)
Die Studie kritisiert vor allem schlechte Beratungen. (picture alliance / dpa / Jörg Schmitt)

Wer einen Vertrag für eine private Altersvorsorge abschließt, verliert laut einer Studie wegen schlechter Beratung und fehlender Regeln oft viel Geld. Jedes Jahr seien es in Deutschland bis zu 50 Milliarden Euro, so das Fazit des Gutachtens eines Bamberger Finanzwissenschaftlers.

Verbraucher zahlen laut einer Studie bei der privaten Altersvorsorge und anderen Finanzprodukten jährlich insgesamt 50 Milliarden Euro zu viel. Schuld seien vor allem schlechte Beratung, mangelnde Kundenorientierung und das Fehlen wirksamer Verbraucherschutzregeln, heißt es in der von der Grünen-Bundestagsfraktion in Auftrag gegebenen Untersuchung der Universität Bamberg.

Die Untersuchung des Finanzwissenschaftlers Andreas Oehler von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, über die mehrere Medien berichten, kritisiert unter anderem nachteilige Kapitallebens- und private Rentenversicherungen sowie ineffiziente Riester-Verträge.

Lebensversicherungen werden vorzeitig beendet

Alleine 16 Milliarden Euro entfielen auf Einbußen aus Lebensversicherungen. Es entstünden vielen Verbrauchern Verluste, wenn sie diese Verträge vor Ablauf der in aller Regel langjährigen Laufzeit kündigten. So würden etwa über drei Viertel der auf 30 Jahre abgeschlossenen Verträge vorzeitig beendet. Verbraucher seien oft nicht über die Kosten informiert, die bei einer solchen vorzeitigen Beendigung entstünden.

Grauer Kapitalmarkt mit "windigen Vermittlern"

Noch größer seien die Verluste durch Investitionen von Privatanlegern in dem sogenannten grauen Kapitalmarkt, hieß es in der Untersuchung. Beim grauen Kapitalmarkt handelt es sich um einen vergleichsweise wenig regulierten Teil des Kapitalmarktes. Beispiele seien etwa Unternehmensbeteiligungen, Genussscheine, sogenannte Termingeschäfte, offene Immobilienfonds oder auch geschlossene Fonds. Nicht selten seien in diesem Markt auch «windige Vermittler» aktiv, hieß es in der Studie. Der Finanzschaden für Verbraucher auf dem grauen Kapitalmarkt werde jährlich auf 30 Milliarden Euro geschätzt.

Riester-Rente: Nicht beantragte Förderungen

Bei der Riester-Renteverschenkten viele Verbraucher Geld, weil die ihnen zustehenden staatlichen Zulagen nicht beantragt würden. Die Zulagenförderung werde «nur sehr unzureichend in Anspruch genommen». Ein knappes Fünftel der berechtigen Personen bekomme weniger als die Hälfte der Grundzulage. Die Schäden: eine Milliarde Euro. Bei der Riester-Rente gebe es rund 5000 verschiedene Angebote, die nicht besonders transparent seien, kritisiert der Chefredakteur der Zeitschrift "Finanztest" im Deutschlandfunk, Hermann-Josef Tenhagen.

Grüne fordern neues Beratungsverhältnis

Als Konsequenz fordert die Grünen-Abgeordnete Nicole Maisch einen Ausbau unabhängiger Honorarberatung. Im Deutschlandfunk sagte sie, diejenigen, die als Berater auftreten, seien in der Realität oftmals Verkäufer. Das Beratungsverhältnis zwischen Kunden und Anbieter müsse auf neue Füße gestellt werden, so Maisch.

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Mehr Informationen zur Riester Rente von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen IundII.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:03 Uhr