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Verdächtige des Überfalls auf Deutsch-Äthiopier bestreiten Tat

Polizeihubschrauber bringt die beiden Tatverdächtigen nach Karlsruhe. (AP)
Polizeihubschrauber bringt die beiden Tatverdächtigen nach Karlsruhe. (AP)

Nach ihrer Vernehmung vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe sind die beiden im Zusammenhang mit dem Überfall auf einen Deutsch-Äthiopier festgenommenen Männer in Untersuchungshaft. Ihnen wird versuchter Mord vorgeworfen.

Generalbundesanwalt Nehm berief sich unter anderem auf belastende Zeugenaussagen. Die beiden 29 und 30 Jahre alten Männer bestreiten die Vorwürfe. Sie sitzen in getrennten brandenburgischen Gefängnissen in Untersuchungshaft.

Das 37-jährige Opfer liegt nach wie vor im künstlichen Koma. Der künftige Finanzminister von Sachsen-Anhalt, Jens Bullerjahn (SPD), forderte in der "Bild am Sonntag" eine Null-Toleranz-Strategie des Staates gegenüber Rassismus. In Ostdeutschland sei die Gefahr des Rechtsextremismus unterschätzt worden. Stellenweise seien sogar Gelder für politische Bildung gestrichen worden.

In der brandenburgischen Landeshauptstadt demonstrierten am Freitagabend erneut rund tausend Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit. Unterdessen teilte die Postdamer Polizei mit, ein 19-Jähriger sei unter dem Verdacht festgenommen worden, in Neuruppin einen Asylbewerber aus Afrika bedroht zu haben.

Der CDU-Politiker Schäuble warf der Regierung eine opportunistische Politik vor. (AP)Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (AP)

Schäuble: "Jede dieser Gewalttaten ist eine zu viel"


Nach Ansicht von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble muss der Staat mit aller Entschiedenheit gegen Gewalttaten vorgehen. Jede dieser Taten - verübt gegen einen Ausländer oder gegen einen Deutschen -, sei eine zu viel, sagte Schäuble im Deutschlandradio Kultur. Er betonte, der Staat unternehme eine "Menge, um den Rechtsextremismus zu bekämpfen".

Bischof Wolfgang Huber (DRadio)Bischof Wolfgang Huber (DRadio)

Bischof Huber: Toleranz bedeutet, dass man den anderen wahrnimmt und kennt


Dass die Würde eines Menschen nicht abhängig von seiner Hautfarbe sei, müsse klar sein, bekräftigte Bischof Wolfgang Huber. Toleranz bedeute, dass man den anderen wahrnimmt und kennt, sagte er im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur. Aber es dürfe auch nicht verboten werden, über Fremde kritisch zu reden wie in Bezug auf den Ehrenmord-Fall der Familie Sürücü. Gewalt müsse verurteilt werden, unabhängig von wem sie verübt werde.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:16 Uhr

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