Verdi lehnt Tarifangebot für Öffentlichen Dienst ab

Verhandlungen werden morgen fortgesetzt

Verdi-Chef Bsirske: Angebot ist inakzeptabel (AP)
Verdi-Chef Bsirske: Angebot ist inakzeptabel (AP)

Die Fronten im Tarifstreit des Öffentlichen Dienstes bleiben verhärtet. Die Gewerkschaften lehnten das erste Angebot der Arbeitgeber für die rund zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen als völlig inakzeptabel ab.

Die Arbeitnehmervertreter könnten auf dieser Grundlage unmöglich zu einer Einigung mit den Arbeitgebern kommen, erklärte Verdi-Chef Frank Bsirske in Potsdam. Das Angebot sei weder in der Höhe noch der Laufzeit nach noch der Struktur nach akzeptabel. Es sei auch in keiner annähernd ausreichenden Höhe eine soziale Komponente enthalten. Der erste Vorsitzende der dbb Tarifunion, Frank Stöhr, sprach von einem "miesen Angebot" und einer Tarifofferte "mit Augenwischerei". "Mit einer Laufzeit von 24 Monaten bedeutet das erneut Reallohnverlust", sagte er. Der Öffentliche Dienst werde in Zukunft Schwierigkeiten haben, neue Mitarbeiter zu gewinnen.

Bund und Kommunen bieten zweistufige Erhöhung an

Die Arbeitgeber hatten den Gewerkschaften am Mittag ihr Angebot vorgelegt. Sie schlugen Einkommensverbesserungen von 3,3 Prozent bei einer Laufzeit von zwei Jahren vor. Demnach sollen die Entgelte ab Mai um 2,1 Prozent und ab März 2013 um weitere 1,2 Prozent steigen. Außerdem stellten sie eine Einmalzahlung von 200 Euro in Aussicht. "Ich glaube, das ist ein sehr gutes Angebot, das wir den Gewerkschaften unterbreitet haben", betonte der Verhandlungsführer für den Bund, Innenminister Hans-Peter Friedrich. Die Gehaltssteigerung soll nach den Worten des CSU-Politikers auch für Auszubildende gelten, die zusätzlich eine Einmalzahlung von 40 Euro erhalten sollen. Ferner sei eine Übernahmegarantie für alle Auszubildenden, die bedarfsgerecht ausgebildet wurden, angeboten worden. "Wir würden uns freuen, wenn es mit dieser Vorlage gelingen sollte, bis spätestens zur dritten Runde zu einem Abschluss zu kommen und eine Schlichtung zu vermeiden", erklärte der Präsident der kommunalen Arbeitgeber, Thomas Böhle.

Verhandlungen auf Dienstag vertagt

Die Gewerkschaften verlangen 6,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Auszubildende sollen unter anderem eine Erhöhung um 100 Euro im Monat erhalten. Die zweite Verhandlungsrunde soll morgen in Potsdam beginnen und bis spätestens zum Nachmittag andauern. Eine dritte Runde ist für den 18. und 19. März angesetzt. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, waren die Beschäftigten von Bund und Kommunen in der vergangenen Woche bundesweit in einen Warnstreik getreten. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich 130.000 Bedienstete an den Arbeitsniederlegungen.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:48 Uhr