Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Versammlungsverbot in Birma

Trotz Drohungen weitere Proteste

Buddhistische Mönche protestieren in den Straßen von Rangun in Myanmar. (AP)
Buddhistische Mönche protestieren in den Straßen von Rangun in Myanmar. (AP)

Das Militärregime in Birma hat ein Versammlungsverbot erlassen. Damit reagierte die Junta auf die tagelangen Demonstrationen buddhistischer Mönche. Demnach sind Gruppen mit mehr als fünf Personen verboten. Zudem wurden nächtliche Ausgangssperren in der Millionenmetropole Rangun und der zweitgrößten Stadt Mandalay verhängt. Die Beschränkungen sollen 60 Tage in Kraft bleiben.

Ungeachtet aller Warnungen der Regierung und einer massiven Militärpräsenz hatten auch heute wieder buddhistische Mönche in Rangun friedlich demonstriert. Zehntausende zogen auch heute durch die Stadt Rangun. Ihnen schlossen sich ebensoviele Einwohner an. Treffpunkt war erneut die Shwegadon-Pagode in der Stadt Rangun. Korrespondenten berichten, die Mönche hätten lautstark "Demokratie, Demokratie" skandiert.

Die Armee verstärkte ihre Präsenz in dem Viertel und postierte gepanzerte Fahrzeuge. Die Menschen waren zuvor von Lautsprecherwagen aus aufgefordert worden, sich den Kundgebungen nicht anzuschließen. Andernfalls werde das Militär einschreiten.

Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi in einem Tempel in Rangun in Myanmar im Jahr 2002 (AP)Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi in einem Tempel in Rangun in Myanmar im Jahr 2002 (AP)An der Pagode hatten sich bereits in den vergangenen Tagen zahlreiche buddhistische Mönche versammelt und gegen das Regime demonstriert.

Nach bisher nicht bestätigten Berichten wurde die seit Jahren unter Hausarrest stehende Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi festgenommen und in ein Gefängnis gebracht.

Angesichts der zunehmenden Proteste in Birma haben die Vereinten Nationen und die Europäische Union an die regierende Militärjunta appelliert, nicht mit Gewalt gegen die Demonstranten vorzugehen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte zum Auftakt der UNO-Generaldebatte in New York, die Verantwortlichen müssten größte Zurückhaltung üben und ohne Verzug den nationalen Versöhnungsprozess einleiten.

Karte von MyanmarIn Brüssel erklärte die Europäische Kommission, die verstärkte Militärpräsenz in den Straßen Ranguns gebe Anlass zur Besorgnis. Die Demonstranten machten lediglich von ihrem Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit Gebrauch. US-Präsident George Bush kündigte neue Sanktionen gegen das Regime an, um die Protestbewegung in Birma zu unterstützen.

In Peking forderte die chinesische Regierung die Junta zu einem angemessenen Umgang mit den Protesten auf. Stabilität in Birma sei nicht nur im Interesse des Landes, sondern auch im Interesse der internationalen Gemeinschaft, erklärte das Außenministerium.

Der Grünen-Europapolitiker Frithjof Schmidt sagte im Deutschlandfunk, der internationale Druck auf das Regime in Birma müsse erhöht werden. Dabei kämen auch weitere Sanktionen in Betracht. Es sei aber entscheidend, ob die Nachbarländer Indien und China mitzögen. Die bisherigen Sanktionen hätten nur begrenzt Wirkung gezeigt, da vor allem China sie nicht mitgetragen habe.
Text / MP3-Audio



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:25 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Hans KeilsonEin verfolgter Schriftsteller, der nicht hassen wollte

Der Schriftsteller Hans Keilson, aufgenommen am 7.11.2008 (picture alliance / dpa / Soeren Stache)

Die Emigration wirbelte sein Leben durcheinander. Erst im hohen Alter erlebte der jüdische Arzt und Schriftsteller Hans Keilson, wie sein Werk und Wirken populär wurde. Spielfreude und Eleganz prägen auch seine Romane, Gedichte und Essays.

Argentinischer Filmemacher Fernando SolanasLeben zwischen Kunst und Politik

Fernando E. Solanas steht vor Palmen bei den Cannes Filmfestspielen 2015 (imago stock & people)

Neokolonialismus, Umweltzerstörung, die argentinische Regierung - Fernando Solanas hält sich mit Kritik nicht zurück. Mit seinen Filmen traf der Dokumentarfilmer und heutige Politiker den Nerv jener Generation, die in vielen Ländern gegen Ausbeutung und autoritäre Gesellschaftsstrukturen rebellierte.

Eine ganz normale NachrichtenwocheOhne Vertrauen keine Demokratie

Donald Trump kritisiert Deutschlands Asylpolitik via Twitter (Screenshot Twitter)

US-Präsident Trump und die Kanzlerin streiten über die Kriminalitätsstatistik. Ein Spektakel ähnlicher Art liefert sich Angela Merkel mit ihrem Innenminister. Es wird gefährlich für die Demokratie, findet Dlf-Nachrichtenchef Marco Bertolaso in seiner Bilanz einer inzwischen ganz normalen Nachrichtenwoche.

Yeneroglu zu Parlamentswahl in der TürkeiAKP-Politiker erwartet faire Abstimmung

Mustafa Yeneroglu, Abgeordneter der Großen Nationalversammlung der Türkei (AKP), aufgenommen am 24.04.2016 während der ARD-Talksendung "Anne Will" zum Thema "Abhängig von Erdogan - Zu hoher Preis für weniger Flüchtlinge?" in den Studios Berlin-Adlershof. Foto: Karlheinz Schindler (picture alliance/dpa/Karlheinz Schindler)

Der türkische AKP-Abgeordnete Mustafa Yeneroglu ist davon überzeugt, dass seine Partei bei den Wahlen eine "satte Mehrheit" bekommen wird. Zugleich begrüßte er im Dlf, dass dem Linken-Politiker Andrej Hunko als OSZE-Wahlbeobachter die Einreise in die Türkei verweigert wurde.

Serie "Klassisk drastisch" - Folge elfLili Boulanger - "Soir sur la Plaine"

Axel Ranisch (li.) und Devid Striesow (re.) "Klassik drastisch". (Deutschlandradio / Anja Schäfer)

Wie muss man sich Lili Boulanger vorstellen? Traurig und lichtdurchflutet - wie eine zarte Pflanze, deren Talent durch Krankheit und Tod leider viel zu früh verblühte? Axel Ranisch liebt ihre Kompositionen.

Ökonom zu Griechenland-Rettung"Griechenland ist weiterhin auf Hilfe Dritter angewiesen"

Der griechische Premierminister Alexis Tsipras bei einer Rede in Athen, bei der er eine rote Krawatte trägt  (imago/Xinhua)

Griechenland verlässt das Euro-Rettungsprogramm und steht ab August finanziell wieder auf eigenen Beinen. Der Ökonom Jens Bastian glaubt allerdings nicht, dass das Land wirklich über den Berg ist. Athen werde auch künftig die Wirtschaft nicht eigenständig ankurbeln können, sagte Bastian im Dlf.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Wahlen in der Türkei  Erdogan offiziell Sieger | mehr

Kulturnachrichten

Offenbar neue Banksy-Kunstwerke  in Paris | mehr

 

| mehr