Visitenkarte Auf die Minute, fertig, los

Die Trailer-Redaktion im Deutschlandfunk

(© Deutschlandradio / Annika Pesch)
Das Team der Trailer-Redaktion (v.l.n.r.): Anne Quirin, Thomas Ibrahim und Miriam Pieper (© Deutschlandradio / Annika Pesch)

Hin und wieder erreicht uns eine Hörermail wie diese: "Sie haben sicherlich viele hörenswerte Sendungen. Aber: Müssen die auch noch beworben werden? Es nervt mich!"

Unsere Hörerinnen und Hörer zu nerven – das liegt so gar nicht in unserer Absicht. Vielmehr wollen wir anregen, überraschen und ja, auch ein wenig trommeln für ein Programm, das ansonsten komplett ohne Werbung auskommt.

Elf Mal am Tag heißt es kurz vor den Nachrichten "Deutschlandfunk – Programmtipp". In kleinen Schaufenstern von knapp einer Minute präsentieren wir, was der Deutschlandfunk alles zu bieten hat. Gespräche mit Gästen, die wirklich etwas zu sagen haben und auch die Zeit bekommen, dies zu tun. Features, denen eine monatelange Recherche zugrunde liegt. Sendungen, bei denen Sie mitdiskutieren und Fragen an Expertinnen und Experten stellen können. Oder Live-vor-Ort-Sendungen, wie etwa jetzt von der Frankfurter Buchmesse. All das machen wir für Sie. Und deshalb wollen wir, dass Sie davon wissen. Nach der Devise: Gutes tun und darüber reden.

Die Herausforderung für unser Team aus festen und freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es, die gehaltvollen Deutschlandfunk-Sendungen in ‚ohrgerechte‘ Häppchen zu verpacken. Ein einzelner Satz aus der Sendung ‚Essay und Diskurs‘ beispielsweise kann unsere Sendezeit schon übersteigen. Wir kürzen, kürzen, kürzen, ohne zu verfälschen. Verständlich muss es natürlich auch sein. Und den Charakter der Sendung widerspiegeln – ernste Diskussion oder bunte Reportage? Was uns dabei leitet, ist die eigene Begeisterung fürs Programm. Wir hören selbst gern, was wir empfehlen. Echt.

Ganz wichtig ist uns außerdem der enge Austausch mit den Planerinnen und Planern in den Redaktionen. Wir müssen schließlich wissen, was morgen, nächste Woche oder nächsten Monat gesendet wird. Vieles erfahren wir längst digital, aber auch die zufällige Begegnung am Kaffeeautomaten ist und bleibt eine verlässliche Quelle für anstehende Programmhighlights. Sobald wir unsere Auswahl getroffen haben, beginnt die Suche nach geeignetem Tonmaterial, nach kurzen Sätzen, die schnell klarmachen, worum es geht. Das kommt manchmal erst kurz vor der Sendung an – oder im Falle einer Livesendung auch gar nicht. Dann hilft der Griff ins Archiv. Sobald alle Zutaten beisammen sind, mischen wir alles zu einem Trailer zusammen, der zwar auffallen, aber eben nicht nerven soll. Zweifelsohne ein Balanceakt.

Damit Sie darüber hinaus einen Einblick bekommen, wer hinter all den Sendungen steckt und wie sie entstehen, haben wir uns das Format ‚eins:30‘ ausgedacht. Immer montags und freitags um kurz vor 9 Uhr erzählen Redakteure, Autoren, Regisseure und andere Radiomenschen, woran sie gerade arbeiten und was in naher Zukunft hörenswert ist. Wir möchten Ihnen damit nicht nur das sendefertige Ergebnis vorstellen, sondern auch den Weg dorthin.

Neben unserem Kerngeschäft durften wir in diesem Jahr ein ganz besonderes Projekt umsetzen: die Reihe ‚Mein Grundgesetz – Meine Meinung‘. Vielleicht haben Sie im Programm die ein oder andere Hörerinnen und Hörerstimme dazu vernommen. 70 Jahre nach Inkrafttreten des Deutschen Grundgesetzes hatten wir Sie dazu aufgerufen, uns Ihre persönliche Haltung zu einem Artikel Ihrer Wahl zu schildern. Aus über 800 eingegangenen Anrufen haben wir 70 ausgewählt und für die Sendung aufbereitet. Auch hier war unser Zeitfenster mit maximal 90 Sekunden knapp bemessen. Aber die hatten es in sich. Die vielen klugen Rückmeldungen waren wirklich beeindruckend. Klar, dass uns auch diese Reihe einen Programmtipp wert war.


Anne Quirin,
Redakteurin Trailer-Redaktion
Deutschlandfunk