Startseite > Über uns > Unternehmen > Personen > Gesichter von Deutschlandradio > Beitrag vom 20.12.2018

Visitenkarte Diskursiv, latent aktuell, mit Gesprächswert

Die Sendung ‚Wortwechsel‘ im Deutschlandfunk Kultur

Die Redaktion der Sendung Wortwechsel im Deutschlandfunk Kultur (© Deutschlandradio/Anja Schäfer)
V.l.n.r.: Ruth Kinet, Christiane Giesen, Monika van Bebber, Patrick Garber, Annette Riedel, Gerhard Schröder, Friederike Wyrwich, Petra Bock, Andreas Baum, Susanne Schröder, Susanne Führer, Birgit Kolkmann, Andre Zantow. (© Deutschlandradio/Anja Schäfer)

Montag, 12 Uhr, Redaktionskonferenz: internes Brainstorming. Meist angeregt. Bisweilen kontrovers. Allwöchentlich ist aufs Neue zu entscheiden: Was ist diesmal unser Thema im ‚Wortwechsel‘? Wir diskutieren in dieser Sendung mit unseren Gästen, was als Stoff für eine Debatte ‚in der Luft liegt‘ – nicht nur politisch, auch gesellschaftlich oder im weiteren Sinne des Wortes kulturell. Das kann mal der Brexit sein. Oder der Umgang mit Kolonialkunst. Oder die Frage, ob ein Handyverbot in Schulen sinnvoll ist. Gesprächswert soll das Thema in jedem Falle haben.

Ein Thema festzulegen, ist dabei meist noch die leichteste Übung. Dann heißt es, die Diskussionsrunde zusammenzustellen. Drei bis vier Menschen einzuladen, die etwas zum Thema zu sagen haben. Das können (müssen aber nicht) Politiker sein. Oder Wissenschaftler. Journalisten. Funktionsträger. Und -innen! Es gilt, eine Diskussionsrunde zusammenzubekommen, die ausgewogen ist. Die gern gegensätzliche, zumindest aber unterscheidbare Meinungen vertritt. Und deren Stimmen sich möglichst nicht zu sehr ähneln. Unsere Hörer sehen schließlich nicht, wer da spricht.

Zu Beginn der redaktionellen Vorbereitung einer Sendung kristallisiert sich am Montagnachmittag eine Art Idealbesetzung für die Diskussion heraus. Die muss sich dann an den Realitäten messen: Wer von den Wunschkandidatinnen hat überhaupt Lust, teilzunehmen? Wer hat Zeit, teilzunehmen? Wer kann zu uns ins Studio in Berlin kommen? Für wen müssen wir irgendwo in der Republik ein Studio finden, aus dem er oder sie dann zugeschaltet wird? Es kommt schon einmal vor, dass der Moderator oder die Moderatorin schlussendlich mutterseelenallein im Studio im Berliner Funkhaus sitzt und die Diskutanten sind in drei oder gar vier unterschiedlichen Studios nur per Kopfhörer untereinander und mit der Diskussionsleitung in Berlin verbunden. Das macht die Sache nicht immer einfach. Und natürlich bekommen wir auch nicht ausnahmslos eine ideale Besetzung hin.

In jüngster Zeit ringen wir häufiger mit ‚Unverträglichkeiten‘ – will sagen: Absagen von Teilnehmern, die sich nicht mit Vertreterinnen der AfD in eine Diskussionsrunde setzen wollen. So geschehen bei einer Diplomatin und fast geschehen bei einem Vertreter der Zivilgesellschaft, der nur mühsam überzeugt werden konnte, dabeizubleiben. Umgekehrt handeln wir uns von AfD-Politikern regelmäßig Absagen ein. Trotzdem werden wir weiter Vertreterinnen aller im Bundestag sitzenden Parteien einladen. Politische Befindlichkeiten von Redakteurinnen und Redakteuren sind niemals ein Kriterium bei der Besetzung der Sendung. Bei einzelnen Politikern zu erwartende Pöbeleien allerdings schon. Sie sind ein Ausschlusskriterium.

Wann ist eine Sendung aus unserer Sicht gut gelungen? Wenn es zu einem lebhaften, aber dennoch nicht krawallartigen Austausch zwischen den Diskutierenden kommt. Wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tatsächlich miteinander diskutieren. Und wenn am Ende das (letztlich wichtigste) Gefühl vorherrscht: Die Hörerinnen und Hörer haben Erkenntnisse gewinnen können, wenn sie diesem ‚Wortwechsel‘ 55 Minuten gelauscht haben. Im besten Falle hatten sie sogar ein paar leichte Momente – gelegentliches Schmunzeln ist nicht verboten!

Hin und wieder gehen wir mit unserem ‚Wortwechsel‘ auch nach draußen und zeichnen ihn bei einer öffentlichen Veranstaltung vor Publikum auf. Meist in Kooperation mit Partnern – wie etwa der Dresdner Frauenkirche oder der Europäischen Akademie in Berlin. Wir freuen uns, wenn wir bei so einer Gelegenheit direkt den einen oder die andere von Ihnen treffen – unsere Hörerinnen und Hörer. Sprechen Sie uns an!

Annette Riedel, Redakteurin ‚Aktuelle Kultur und Politik‘
Deutschlandfunk Kultur


Deutschlandfunk Kultur
Freitags, 18.05 Uhr
Wortwechsel


Aus dem Programmheft, Ausgabe Januar 2019