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Völkermordurteil gegen Guatemalas Ex-Diktator aufgehoben

Efraín Ríos Montt war vor zehn Tagen zu 80 Jahren Gefängnis verurteilt worden

Giobanni Salguero und Martin Guzman vom Verfassungsgericht verkündeten die Entscheidung  (picture alliance / dpa / Saul Martinez)
Giobanni Salguero und Martin Guzman vom Verfassungsgericht verkündeten die Entscheidung (picture alliance / dpa / Saul Martinez)

Er soll für Mord, Folter und die Zwangsumsiedlung tausender Maya-Ureinwohner verantwortlich gewesen sein. Jetzt hat das oberste Gericht von Guatemala das Urteil gegen den 86-Jährigen wieder aufgehoben. Es habe Verfahrensfehler gegeben.

Das guatemaltekische Verfassungsgericht hat das Urteil gegen den früheren Machthaber Efraín Ríos Montt am Montagabend (Ortszeit) aufgehoben und einen neuen Prozess angeordnet. Während der mündlichen Verhandlung seien der Strafkammer Verfahrensfehler unterlaufen, zitierte die Zeitung "El Periódico" aus der Begründung. So seien die Rechte der Verteidigung beschnitten worden. Der Prozess müsse beim Stand vom 19. April wieder aufgenommen werden.

Ríos Montt war am 10. Mai wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 80 Jahren Haft verurteilt worden. Während seiner Herrschaft von März 1982 bis August 1983 soll er für Mord, Folter und die Zwangsumsiedlung tausender Indios verantwortlich gewesen sein.

Menschenrechtsaktivisten hatten das Urteil gegen Ríos Montt als historisch gefeiert. Nie zuvor wurde ein de facto Ex-Staatschef von einem einheimischen Gericht wegen Völkermordes verurteilt.

Die Anwälte von Ríos Montt hatten allerdings bereits während des Verfahrens eine ganze Reihe von Beschwerden eingelegt. Unter anderem monierten sie, dass nicht alle Entlastungszeugen gehört worden seien.
Direkt nach dem Urteil legten sie Berufung ein.

Nach der Entscheidung des Verfassungsgerichts muss nun die mündliche Verhandlung wiederholt werden. Der 86-jährige Ríos Montt wird wegen Bluthochdrucks und Problemen mit der Prostata seit rund einer Woche in einem Militärkrankenhaus behandelt.

Zum Weiterlesen auf dradio.de:

"Kinder sind ein Geschenk"
Leben im geburtenreichen Guatemala

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:11 Uhr

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