Von der Industrieregion zur Kulturhauptstadt

Das slowenische Maribor und das portugiesische Guimarães erfinden sich neu

Blick auf das Stadtzentrum von Maribor (Slowenisches Fremdenverkehrsamt)
Blick auf das Stadtzentrum von Maribor (Slowenisches Fremdenverkehrsamt)

Unter dem Motto "Pure Energy" empfahl sich das slowenische Maribor als eine der beiden neuen Kulturhauptstädte Europas 2012. Ähnlich wie im portugiesischen Guimarães soll in diesem Jahr aus einer Industrieregion ein Magnet für Kunst und Kultur entstehen.

Maribor wird in diesem Jahr zur Bühne für Klassik-, Jazz- und Pop-Konzerte, für Literatur, Film, Theater und Kleinkunst. Die Tate Gallery kommt mit Zeichnungen aus London, Rebecca Horn stellt aus und dem slowenischen Komponisten Hugo Wolf werden Liederabende und Konzerte gewidmet. Mitte Januar eröffnet das Slowenische Nationaltheater mit dem Theaterstück "Schwarze Masken" von Marij Kogoj das Kulturhauptstadtjahr.

Dabei steht Maribor als Kulturhauptstadt für eine ganze Region, die insgesamt sechs slowenische Städte umfasst. Besonders stolz ist man hier auf den riesigen Weinkeller und das Skigebiet.

Von den Jugoslawien-Kriegen hat die zweitgrößte Stadt Sloweniens wenig mitbekommen. Dafür hatte die Stadt zuvor viel Gewalt erlebt. Heute ist von den Blessuren vergangener Auseinandersetzungen in der Altstadt nichts mehr zu sehen. 1941 wurde Slowenien von den Deutschen besetzt, weil Hitler das Gebiet dem Deutschen Reich dauerhaft einverleiben und germanisieren wollte. Tausende von Bomben fielen auf Maribor. Heute allerdings ist von den Blessuren vergangener Auseinandersetzungen in der Altstadt nichts mehr zu sehen. Ein Beitrag über Genuss und Sorgen in Maribor.

Straßenszene in Guimaraes, Portugal (picture alliance / dpa / Jose Coelho)Der Oliveira Platz in Guimaraes, Portugal (picture alliance / dpa / Jose Coelho)

Guimarães - ein geschichtsträchtiger Ort

Die Stadt mit dem schwer auszusprechenden Namen gilt als Wiege der portugiesischen Nation, weil hier Portugals erster König geboren worden sein soll.

Die sorgsam gepflegte Altstadt von Guimarães ist bereits seit 2001 Weltkulturerbe der UNESCO. Die Textilindustrie war früher ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Vor allem die Industriegeschichte des Ortes wird sich darum im Kulturprogramm widerspiegeln. Künstler, Designer und Kulturhandwerker wollen zum Beispiel gemeinsam traditionelle Stickereien zu neuem Leben erwecken. Das Logo für das Kulturhauptstadtjahr - ein Herz - lässt sich auf der Website der Veranstalter mit einem Editor selbst erstellen.

Gestern Tallinn und morgen Marseille

Das estnische Tallinn und das finnische Turku waren 2011 die Kulturhauptstädte Europas. 2013 werden es das französische Marseille und Kosice in der Slowakei sein. Der Titel wird durch die Europäische Union verliehen.


Links zum Thema:

Guimaraes - Kulturhauptstadt 2012

Maribor - Kulturhauptstadt 2012

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:46 Uhr