Von Islamunterricht bis Islamismus

Zweite Deutsche Islamkonferenz begonnen

Die Deutsche Islam Konferenz bemüht sich um ein gutes Miteinander zwischen Deutschen und in Deutschland lebenden Muslimen.  (AP)
Die Deutsche Islam Konferenz bemüht sich um ein gutes Miteinander zwischen Deutschen und in Deutschland lebenden Muslimen. (AP)

Die zweite Deutsche Islamkonferenz (DIK) hat ein Arbeitsprogramm beschlossen. Unter anderem soll der Islamunterricht an Schulen sowie die Ausbildung von Imamen vorangetrieben werden. Außerdem wurde eine Studie zur Geschlechtergerechtigkeit unter Muslimen in Auftrag gegeben.

Die zweite DIK hat sich heute unter der Leitung von Innenminister Thomas de Maizière konstituiert. Ziel sei es, so der CDU-Politiker, die Integration von Muslimen zu fördern durch Teilhabe an der Gesellschaft. Die Debatte über die Teilhabe der Muslime müsse an den Küchentischen geführt werden und nicht länger nur im akademischen Raum, forderte de Maiziere.

Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Abgrenzung des Islam vom Islamismus sowie die Vorbeugung vor Extremismus.

Bereits vor Beginn der DIK hatte es Unmut über das Zusammentreffen gegeben. So will der Zentralrat der Muslime nicht mehr an dem Treffen teilnehmen. Begründung: Themen wie Angst vor dem Islam oder gar Feindlichkeit ihm gegenüber würden auf der Konferenz ausgeklammert. Der Islamrat hingegen darf nicht mehr teilnehmen, weil gegen Repräsentanten seines größten Mitglieds Milli Görus strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet wurden. De Maiziére erklärte die Debatte über die Zusammensetzung der DIK für beendet. Nun gehe es um Inhalte.

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Klaus Wowereit kritisierte, von dem Treffen gehe kein Signal in die Zukunft aus. Die Linke nannte die DIK eine "Polit-Show der CDU".

Körting: Alle Muslime einbinden

Berlins Innensenator Ehrhart Körting hat dazu aufgerufen, alle Muslime einzubinden. Man müsse den Dialog mit allen Verbänden führen, die Gewalt ausdrücklich ablehnten, sagte Körting im Deutschlandradio Kultur. Dazu zählte der SPD-Politiker auch die islamische Bewegung Milli Görüs.

Wörtlich sagte Körting:

"Ich glaube nicht, dass die Islam Konferenz gescheitert ist. Ich glaube auch, dass wir jetzt nur einen Zwischenschritt haben und dass die Verbände, die jetzt nicht beteiligt sind, bei den nächsten Sitzungen denn doch in irgendeiner Form wieder teilnehmen werden."

Die deutsch-türkische Autorin Hatice Akyün sagte im Deutschlandfunk über die Islamkonferenz,dass sie bei dem neuen Vorsitzenden, Innenminister Thomas de Maizière, den Ehrgeiz und die klaren Aussagen eines Wolfgang Schäuble vermisse.

Weiterhin sagte Akyün über de Maizière:

"Ich habe so ein bisschen den Eindruck, wie es auch der Herr Özdemir von den Grünen gesagt hat, dass der das so als Last sieht, dass der das jetzt weiterführen muss und im Grunde möchte er das eigentlich gar nicht."

Webauftritt der Islamkonferenz: Deutsche Islamkonferenz (DIK)



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Deutsche Islamkonferenz (DIK)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:36 Uhr