Warnstreiks auch an Flughäfen

Allein in Frankfurt fallen über 400 Flüge aus - ver.di-Chef Bsirske spricht von "Eskalationspotenzial"

Terminal 2 des Köln-Bonner Flughafens (AP Archiv)
Terminal 2 des Köln-Bonner Flughafens (AP Archiv)

Vor der dritten Tarifrunde für die Beschäftigten des Öffentlichen Diensts hat die Gewerkschaft ver.di ihre Warnstreiks ausgeweitet. In Hamburg demonstrierten 3000 Beschäftigte, auf Flughäfen kommt es zu Ausfällen und Verspätungen.

<p>Seit den frühen Morgenstunden streiken Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes in Rheinland-Pfalz, Hamburg und im Saarland. Zusätzlich zu Kindertagesstätten, Ämtern, Müllabfuhr- und Busdiensten werden heute auch sieben Flughäfen bestreikt: <ul><li>Frankfurt am Main<li>Düsseldorf<br /><li>Köln/Bonn<br /><li>Münster/Osnabrück<br /><li>Dortmund<br /><li>Hamburg<br /><li>Stuttgart<br /></ul>Dort legten Mitarbeiter der Gepäckabfertigung, der Busdienste, der Crewtransporte und der Sicherheit die Arbeit nieder - gegen 14:30 soll der Warnstreik beendet sein.<br /><br />Passagiere müssen sich aber auch danach noch auf Beeinträchtigungen einstellen. Allein in Frankfurt fallen etwa 440 ankommende und ausgehende Flüge aus,und "die Auswirkungen werden sich noch bis morgen hinziehen", sagte ein Flughafensprecher. Flugpassagiere sollten ihre Airlines kontaktieren.<br /><br />Vor der Hamburger Elbphilharmonie versammelten sich am Vormittag mehr als 3000 Beschäftigte zu einem Demonstrationszug durch die Hansestadt.<br /><br /></p><p><strong>Bsirske: Warnstreiks sind "klares Zeichen" an die Arbeitgeber</strong></p><p>Vor den entscheidenden Verhandlungen im Tarifkonflikt, die morgen anstehen, hat ver.di-Chef Frank Bsirske den öffentlichen Arbeitgebern erneut gedroht. "Dass heute die Flughäfen lahmgelegt sind, ist ein klares Signal, welches Eskalationspotenzial besteht", sagte der Gewerkschafter bei einer Kundgebung vor mehreren hundert Teilnehmern am Frankfurter Flughafen. "Ich hoffe, dass die Arbeitgeber dieses klare Zeichen verstehen."<br /><br />Auch an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld soll heute teilweise die Arbeit ruhen. Hier geht es aber nicht um die Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst, sondern um die Beschäftigten der Firma Globeground, die für die Gepäck- und Passagierabfertigung eingesetzt sind.<br /><br /></p><p><strong>Bundesinnenminister Friedrich: Warnstreiks unangemessen</strong></p><p>Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat die Ausweitung der Warnstreiks im Öffentlichen Dienst auf die Flughäfen als unangemessen kritisiert. Die Arbeitgeber von Bund und Kommunen hätten ein substanzielles Angebot gemacht, sagte Friedrich der 'Rheinischen Post' aus Düsseldorf. Daher sei es nicht gerechtfertigt, die Bevölkerung jetzt mit diesen Streiks zu malträtieren.<br /><br />Morgen treffen sich beide Tarifparteien in Potsdam zur dritten Verhandlungsrunde. Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske sieht die Chancen für eine Tarifeinigung im öffentlichen Dienst ohne Streik "50 zu 50". Entscheidend sei, wie die Arbeitgeber in die weiteren Gespräche gingen, sagte Bsirske im ARD-Fernsehen. Das Angebot der Arbeitgeber lehnte er erneut ab: "3,3 Prozent wären selbst für 12 Monate zu wenig, geschweige denn für 24."</p>


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:49 Uhr