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Was ist eigentlich - ein Sievert?

Radioaktivität und die Wirkung auf den Organismus

Von Sönke Gäthke

Der Geigerzähler zeigt in Tokio 0.6 Mikrosieverts. (AP)
Der Geigerzähler zeigt in Tokio 0.6 Mikrosieverts. (AP)

Wenn es um die Strahlenbelastung geht, die nach der Beschädigung der Atomanlagen in Japan zu verzeichnen ist, dann wird diese in Sievert angegeben. Was aber verbirgt sich hinter dieser Maßeinheit und welche Konsequenzen ergeben sich für die die Gesundheit der Menschen?

Die Einheit Sievert ist ein Kunstgriff. In Sievert messen Mediziner und Biologen, welcher Belastung durch Radioaktive Strahlung ein Organismus ausgesetzt ist. Die Schwierigkeit dabei ist: Die radioaktive Strahlung gibt es nicht. Physiker unterschieden drei verschiedene Strahlungen: Alpha-, Beta- und Gammastrahlung. Alle drei wirken auf unterschiedliche Weise und unterschiedlich stark.

Um die Wirkungen trotzdem miteinander vergleichen zu können, gehen Wissenschaftler folgendermaßen vor: Sie messen zunächst die Energiedosis, die in der Strahlung steckt. Diese Dosis wird in Gray angegeben. Anschließend wird dieser Wert mit einer Zahl multipliziert, die die Wirkung der Strahlung gewichten soll.

Diese Gewichtungsfaktor beträgt für Gamma und Betastrahlung zum Beispiel eins, für Alphastrahlung und Neutronenstrahlung bis zu 20. Das Ergebnis der Rechnung ergibt dann das Sievert. Es hat 1985 das rem abgelöst.

Doch auch dieser Wert allein sagt noch nichts über die Gefahr aus, die von radioaktiver Strahlung ausgeht. Es kommt darauf an, wie lange ein Organismus dieser Belastung ausgesetzt wird.
In Deutschland sind zum Beispiel alle Menschen im Jahr einer Belastung von rund zwei einhalb Millisievert ausgesetzt – ein Wert, den der Organismus sehr gut verarbeiten kann.

In der Nähe des japanischen Kraftwerks Fukushima eins wurde am Mittwoch offenbar ein Maximalwert von 800 - 1000 Millisievert gemessen. Wird ein Mensch dieser Belastung geballt ausgesetzt, löst sie eine akute Strahlenkrankheit aus.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr