Weiter Angst vor GAU in Japan

Mehrere Kernkraftwerke melden Defekte der Kühlung

Das Atomkraftwerk Fukushima (AP)
Das Atomkraftwerk Fukushima (AP)

Nach dem Erdbeben in Japan ist weiter unklar, wie groß die Gefahr einer atomaren Katastrophe ist. In mehreren Reaktoren gibt es Probleme mit den Kühlsystemen.

Inzwischen ist die Zahl der Atomkraftwerke mit Störungen auf drei gestiegen. Zuletzt fiel die Kühlung im AKW Tokai aus, das südlich von Fukushima liegt. Das Kraftwerk war nach dem Beben vom Freitag automatisch abgeschaltet worden.

Wie die Internationale Atomenergiebehörde in Wien mitteilte, hatten die japanischen Behörden zuvor für das Kernkraftwerk Onagawa einen nuklearen Notstand ausgerufen. Ursache sei ein ungeklärter Anstieg von Radioaktivität. Die japanischen Behörden hätten aber gemeldet, dass die Reaktoren in Onagawa unter Kontrolle seien. Die erhöhten Strahlenwerte könnten nach Expertenansicht auch vom Kraftwerk Fukushima stammen.

Der Atomkomplex Fukushima besteht aus zwei Anlagen mit insgesamt zehn Reaktoren. Wie groß die Gefahr ist, die von Fukushima ausgeht, lässt sich immer noch nicht genau sagen. Regierungssprecher Edano korrigierte frühere Angaben, dass es auch im dritten Reaktor von Fukushima-Daiichi eine Kernschmelze gegeben habe. Wie bereits im Reaktor 1 sei dort die Kühlfunktion ausgefallen. Die Atomsicherheitsbehörde hält es für wahrscheinlich, dass es in diesem Reaktor bereits eine Kernschmelze gegeben hat. Am Samstag war es im Reaktor 1 nach Versuchen, die Temperatur zu senken, zu einer Explosion gekommen. Regierungssprecher Edano betonte, dass trotz der Gefahr weiterer Explosionen und erhöhter Strahlenwerte keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung bestehe. Auch in Fukushima-Daini gibt es Probleme. Die Kühlsysteme der Anlagen sind nach dem Erdeben stark beschädigt.

Aus der Umgebung der Nuklearkomplexe wurden etwa 200.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Wie die japanische Atomenergiebehörde mitteilte, waren um Fukushima vermutlich rund 160 Menschen radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Sie wurden in Krankenhäuser gebracht.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warf der Regierung von Ministerpräsident Kan und der Betreibergesellschaft Tepco eine unverantwortliche Informationspolitik vor. Auch japanische Medien äußerten sich kritisch.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr