Welche Rechte haben Ägypten-Reisende?

Auswirkungen der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes

Von Mario Dobovisek

Ein Strand (Stock.XCHNG / Xavier Hoche)
Ein Strand (Stock.XCHNG / Xavier Hoche)

Aufgrund der gewaltsamen Auseinandersetzungen warnt das Auswärtige Amt nun offiziell vor Reisen nach Kairo, Alexandria und Suez mit der höchsten Warnstufe und empfiehlt die Ausreise.

Von Reisen in die übrigen Landesteile einschließlich der Urlaubsgebiete am Roten Meer werde weiterhin dringend abgeraten, heißt es. Eine schwächere Formulierung, bloß ein Sicherheits-Hinweis. Hier sind die Touristen auf die Kulanz ihrer Reiseveranstalter angewiesen, die allerdings von sich aus den Großteil der Ägypten-Reisen bis Mitte Februar abgesagt haben. Eine Reise-Warnung dagegen kann juristische Folgen haben, erklärt Eva Klar, Reiserechts-Expertin der Verbraucherzentrale Berlin:

"Hier kann der Reiseveranstalter als auch der Reisende eine Kündigung wegen höherer Gewalt erklären."

Soll heißen: Kunden und Reiseveranstalter können die Verträge kurzfristig ohne Stornogebühren oder Schadenersatz für genommene Urlaubstage kündigen. Auf Reisende in Ägypten könnten bei einer Reise-Warnung allerdings zusätzliche Kosten zukommen.

"Bei der Rückbeförderung, wozu der Reiseveranstalter verpflichtet ist, kann er die dafür notwendigen Mehrkosten mit dem Reisenden teilen. Also beide tragen dann die Mehrkosten je zur Hälfte."

Eine Reisewarnung wird nur dann ausgesprochen, wenn eine akute Gefahr für Leib und Leben bestehe, erklärt das Auswärtige Amt. Das sei in den großen Städten Ägyptens inzwischen der Fall. Wer sich trotz der Reisewarnung nach Kairo, Alexandria oder Suez aufmacht, der handele auf eigenes Risiko, betont Eva Klar:

"Auf der einen Seite, was sein Leben und seine Gesundheit sogar anbetrifft. Aber auch gegebenenfalls, dass Mehrkosten auf ihn zurollen, wenn er zum Beispiel das Land nicht mehr verlassen kann."

Zwar würde sich die Botschaft auch in diesem Fall um Deutsche Staatsangehörige kümmern, allerdings müssten die Reisenden dann damit rechnen, sämtliche Kosten für einen möglichen Rettungseinsatz selbst zu tragen.

Auswärtiges Amt: Reise- und Sicherheitshinweise Ägypten



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr