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Wirtschaft blickt skeptisch auf 2013

Vertreter der Branchenverbände zum Jahreswechsel nicht in Sektlaune

Im Schiffbau werden nach eigener Einschätzung 2013 weniger Mitarbeiter arbeiten als derzeit. (AP)
Im Schiffbau werden nach eigener Einschätzung 2013 weniger Mitarbeiter arbeiten als derzeit. (AP)

Bei einer Branchenumfrage schauten viele Manager zurückhaltend ins neue Jahr. Dabei ist die gefühlte Stimmung aber schlechter als die Lage. Das Institut der deutschen Wirtschaft bilanziert: "Es gibt keinen Grund für Drama."

Bei einer Befragung von 46 Branchenverbänden stellte das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirschaft (IW) in Köln fest: "Die deutsche Wirtschaft ist zum Jahreswechsel nicht gerade in Sektlaune." Die Vertreter der Verbände wurden nach der Stimmung in ihrer Branche gefragt - darauf antwortete keiner, dass diese besser sei als 2012. Dass sich nicht wenigstens ein Verband mit Optimisten finden ließ, sei ein Novum seit dem Beginn der Finanzkrise 2008/2009, so das IW.

Neben der Stimmung wurde auch nach der Einschätzung zu handfesten Zahlen und konkreten Erwartungen gefragt. Dieser Ausblick fällt positiver aus. Insbesondere zwei Schwergewichte des deutschen Exports, der Maschinenbau und die Chemieindustrie, freuen sich weiterhin über gute Geschäfte mit China und den USA, berichtet Uwe Möller im Deutschlandfunk. Sechs von 46 befragten Branchen erwarten neue Jobs in ihren Reihen, 29 Branchen denken, dass die Mitarbeiterzahl konstant bleibt. Elf Verbände rechnen dagegen mit Personalabbau, einige von ihnen in der Finanzbranche.

Es gebe "keinen Grund für Drama", so lautet ein Fazit von IW-Direktor Michael Hüther. Er zeigte mit dem Finger in Richtung der Politik, die bei der Aufarbeitung der Euro-Schuldenkrise Gefahr laufe, durch "unbedachtes Reden und Handeln" Vertrauen zu verspielen. Hüther nannte die Krise einen "Stimmungskiller".

Bei der Befragung ist zu beachten, dass die stellungnehmenden Verbände ganz unterschiedliche Größen haben. Als "Branche" stellt das IW Köln die Lederindustrie mit ihren rund 15.000 Beschäftigten neben die Autohersteller, die über 800.000 Mitarbeiter zählen. Finanzinstitute sind zudem mehrfach vertreten, weil Banken, Sparkassen und Volksbanken gesondert aufgeführt werden.

In ihren aktuellen Prognosen für die deutsche Wirtschaft rechnen Bundesregierung und Wirtschaftsweise für das kommende Jahr mit einem Wachstum von 0,8 bis einem Prozent.

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:03 Uhr