Wulff: Kein Platz für Fremdenhass in Deutschland

Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten

Bundespräsident Christian Wulff steht 21.12.2011in Berlin bei der Aufzeichnung der Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten vor einem Christbaum. (picture alliance / dpa7Bundespresseamt/Jesco Denzel)
Bundespräsident Christian Wulff steht 21.12.2011in Berlin bei der Aufzeichnung der Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten vor einem Christbaum. (picture alliance / dpa7Bundespresseamt/Jesco Denzel)

Als Reaktion auf die Neonazi-Morde der Zwickauer Terrorzelle fordert Bundespräsident Wulff in seiner vorab <papaya:link href="http://cms.dradio.de/download/155197/" text="verbreiteten Weihnachtsansprache" title="Weihnachtsansprache 2011 - Christian Wulff (pdf) title=" target="_blank" /> eine offenere Gesellschaft. Ferner ruft er die Europäer angesichts der Schuldenkrise zur Gemeinsamkeit auf. Zu seiner Privatkreditaffäre äußert sich das Staatsoberhaupt in der Rede nicht.

In seiner Weihnachtsansprache, die am ersten Weihnachtsfeiertag um 19.05 Uhr im Deutschlandfunk und um 18.05 Uhr im Deutschlandradio Kultur übertragen wird, nimmt Christian Wulff auch zu der Mordserie Stellung, die von der rechtsradikalen Zwickauer Terrorzelle verübt worden ist:

""In unserem Land gibt es keinen Platz für Gewalt, Rassismus und politischen Extremismus"."

Wulff betont: "Alle müssen in unserem Land in Sicherheit leben können." Umso mehr habe es ihn schockiert, dass "rassistisch verblendete Verbrecher" über viele Jahre Menschen ausländischer Herkunft geplant ermordet haben. "Wir schulden uns allen Wachsamkeit und die Bereitschaft, für unsere Demokratie und das Leben und die Freiheit aller Menschen in unserem Land einzustehen", sagt das Staatsoberhaupt.

Aufruf zu Gemeinsamkeit in Europa

Im Hinblick auf die Schuldenkrise in Europa ruft Wulff die Europäer zu mehr Gemeinsamkeit auf. Europa stehe "für die großen Werte der Freiheit, der Menschenrechte und der sozialen Sicherheit. All das ist in unserem Europa nur gemeinsam zu erhalten." So erinnert Wulff daran, dass auch die Deutschen immer wieder europäische Solidarität erfahren hätten. Er sei zuversichtlich, dass die Krise in den Griff zu bekommen ist.

Zu der umstrittenen Kreditaffäre äußert sich Wulff in der Weihnachtsansprache nicht. Am Donnerstag hatte er sein Schweigen gebrochen und in einer persönlichen Erklärung öffentlich Fehler eingeräumt. Dennoch hält die Diskussion um die Affäre weiter an.

Die Ansprache war bereits am 22. Dezember aufgezeichnet worden. Dazu hatte Wulff rund 70 ehrenamtlich engagierte Bürger eingeladen.


Links bei dradio.de:

Die vorab veröffentlichte Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten

Die Erklärung des Bundespräsidenten zur Kreditaffäre im Wortlaut.

Heil: Wulff muss Zweifel schnellstmöglich ausräumen - SPD-Fraktionsvize drängt auf Aufklärung der Wulff-Affäre

"Wir vertrauen diesem Bundespräsidenten" - CDU/CSU-Fraktionsgeschäftsführer fordert mehr Sachlichkeit in Debatte um Wulff

Wulffs Entschuldigung "war kein Befreiungsschlag" - Politikwissenschaftler über die Kommunikationsstrategie des Bundespräsidenten

Wulff entschuldigt sich - <br> Bundespräsident gesteht Fehler ein und will sein Amt weiter fortführen

"Alle zwei Stunden muss eine neue Nachricht her" - Journalist der Süddeutschen Zeitung über die Privatkredit-Affäre um Bundespräsident Wulff

"Herr Glaeseker tut nichts unüberlegt" - Pressesprecher-Vertreter zum Rückzug von Wulffs Sprecher

"Ein Präsident, der sich auf sehr dünnem Eis bewegt" <br> Leiter des "taz"-Parlamentsbüros zur Erklärung des Bundespräsidenten

"Der Bundespräsident hat das getan, was er in seinem Amt tun konnte" - Nach Wulffs Erklärung zur Kreditäffäre

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:46 Uhr