Zehn Jahre Haft für einen Kuss

Nigeria beschließt Strafen für Homosexuelle

Nigeria, der bevölkerungsreichste Staat in Afrika (picture alliance / dpa / Elize Bruni)
Nigeria, der bevölkerungsreichste Staat in Afrika (picture alliance / dpa / Elize Bruni)

Die Repression in Nigeria gegen Schwule und Lesben nimmt zu. Homosexuelle Paare, die heiraten oder sich in der Öffentlichkeit küssen, sollen künftig mit Gefängnis bestraft werden. Das hat das Unterhaus des Parlaments in Abuja beschlossen.

Einstimmig ist das entsprechende Gesetz verabschiedet worden. Homosexuelle sollen nicht heiraten oder ihre Zuneigung öffentlich zeigen dürfen. Im Entwurf heißt es, wer "seine Liebesbeziehung zu einem Menschen des gleichen Geschlechts direkt oder indirekt öffentlich zeigt", soll mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden. Außerdem dürfen Lesben und Schwule keine eigene Organisation oder Klubs gründen – in dem Fall drohen ebenfalls bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe.

Für Eheschließungen und zivilrechtliche Partnerschaften zwischen zwei Frauen oder zwei Männern sind sogar bis zu 14 Jahre Haft vorgesehen.

Einen ähnlichen Gesetzentwurf hat bereits der Senat in Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, verabschiedet. Wenn beide Entwürfe übereinstimmen, muss das Gesetz noch von Präsident Goodluck Jonathan unterzeichnet werden.

In Nigeria wie auch in anderen afrikanischen Staaten ist die Diskriminierung von Schwulen und Lesben an der Tagesordnung.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:12 Uhr