Zittern in Baden-Württemberg

Schwarz-gelber Machterhalt im Zeichen der Atomdiskussion fragwürdig

Stimmzettel für Sonntag (picture alliance / dpa)
Stimmzettel für Sonntag (picture alliance / dpa)

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg ist eine ganz besondere. Das erste Mal seit 57 Jahren - seit die CDU im Land den Ministerpräsidenten stellt - haben Grüne und SPD eine realistische Chance, an die Macht zu kommen.

Stefan Mappus, erst seit dem 10. Februar des vergangenen Jahres Regierungschef, muss um sein Amt zittern. Denn die Zustimmung für die Koalition von CDU und FDP, die seit 15 Jahren in Baden-Württemberg regiert, ist in den Umfragen eingebrochen.

Auch die Jüngsten protestieren gegen "Stuttgart 21". (AP)Protest gegen Stuttgart 21 (AP)Durch die Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima war die Atompolitik, die bis dahin nur ein Punkt von vielen im Landtagswahlkampf war, das alles bestimmende Thema. Seitdem versucht sich der Ministerpräsident als der bessere Atomkraftgegner darzustellen. Zur Abstimmung steht dabei auch das heiß umstrittene Projekt "Stuttgart 21".

Mappus schließt Schwarz-Grün aus

Winfried Kretschmann, Grünen-Fraktionsvorsitzender im Baden-Württembergischen Landtag (winfried-kretschmann.de)Winfried Kretschmann (winfried-kretschmann.de)Wenige Tage vor der Landtagswahl hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus eine Koalition mit den Grünen ausgeschlossen. Auch Winfried Kretschmann, Spitzenkandidat der Grünen, sieht keine Chance für Schwarz-Grün und nennt die Arbeit von CDU-Ministerpräsidenten Stefan Mappus "die Linie eines Hasardeurs". Auf Bundesebene wollte Grünen-Chefin Claudia Roth die Option Schwarz-Grün nicht völlig vom Tisch wischen.

Nach der atomaren Katastrophe in Japan und der Wende der Bundesregierung in der Atompolitik profitieren vor allem die Grünen in den Umfragen. Die Grünen liegen mit ihrem Spitzenkandidaten Winfired Kretschmann bei 25 Prozent und damit vor der SPD. Die Wahlforscher halten eine knappe Mehrheit für ein grün-rotes Bündnis für möglich. Kretschmann könnte der erste Grünen-Ministerpräsident in Deutschland werden.

Stefan Mappus (CDU) und Nils Schmid (SPD) beim TV-Duell (picture alliance / dpa)Stefan Mappus (CDU) und Nils Schmid (SPD) (picture alliance / dpa)Für die SPD geht Nils Schmid ins Rennen. Der promovierte Jurist ist 38 Jahre alt und damit nur sechs Jahre jünger als der amtierende Ministerpräsident. Schmid gehört seit zehn Jahren dem Landtag an und hat sich Ruf als fundierter Finanzpolitiker erarbeitet. Er wirkt auf den ersten Blick ein wenig farblos, im Wahlkampf hat sich jedoch als Gegenentwurf zu Stefan Mappus positioniert:

ZDF-Politbarometer: Rot-grüne Mehrheit in beiden Südwest-Ländern möglich"

Interview mit Stefan Mappus: "Es war notwendig, dass wir die Transaktion vertraulich vorgenommen haben" - Mappus verteidigt 4,7-Milliarden-Euro-Investition in EnBW

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:41 Uhr