Zuwanderer lassen Bevölkerung wachsen

Metropolregionen besonders attraktiv

"Du, wir alleine reichen nicht." Neugeborene wie hier in Leipzig halten den Bevölkerungsrückgang nicht auf. (picture alliance / dpa / Waltraud Grubitzsch)
"Du, wir alleine reichen nicht." Neugeborene wie hier in Leipzig halten den Bevölkerungsrückgang nicht auf. (picture alliance / dpa / Waltraud Grubitzsch)

Erstmals seit 2002 gibt es wieder mehr Menschen in Deutschland. Die Bevölkerung wuchs binnen eines Jahres um knapp 100.000 Bewohner auf 81,8 Millionen Einwohner. Es sind vor allem Zuwanderer aus Ost- und Südeuropa, die für den Anstieg sorgen.

Zum Jahresende 2011 sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland 92.000 Menschen mehr gemeldet gewesen als ein Jahr zuvor. Der Zuwachs beträgt damit 0,1 Prozent. Neben einem Plus an Zuwanderern spielen auch Korrekturen der Einwohnermeldebehörden eine Rolle. Diese hatten den Angaben zufolge wegen der Einführung der Steuer-Identifikationsnummer ihre Melderegister bereinigt und dadurch mehr Fortzüge erfasst, als es tatsächlich gegeben hatte. Diese "Karteileichen" seien nun gelöscht worden, hieß es.

Die Zahl der Neugeborenen sei laut Statistik weiter gesunken. 2011 kamen etwa 660.000 Kinder zur Welt, rund 15.000 weniger als im Vorjahr. Die Lücke zwischen den Sterbefällen und den Geburten wurde damit größer. So starben 2011 rund 190.000 mehr Menschen in Deutschland als Kinder geboren wurden. Die Sterbefälle würden deutlich und langfristig steigen, sagt Steffen Kröhnert vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung: "Wir müssen uns auf eine deutlich alternde Bevölkerung und eine rückläufige Einwohnerzahl einstellen."

Süddeutschland beliebtes Ziel

Qualifizierte Zuwanderung könne dies zwar abmildern, aber keinesfalls vollständig ausgleichen. Etwa 960.000 Menschen zogen im vergangenen Jahr nach Deutschland. Rund 680.000 Menschen verließen im Gegenzug die Bundesrepublik. Daraus ergibt sich ein Wanderungsüberschuss von 280.000 Menschen - ähnlich hoch war dieser zuletzt vor über zehn Jahren. 2008 und 2009 waren mehr Menschen aus- als zugewandert.

Von dem Bevölkerungswachstum profitierten die Bundesländer ganz unterschiedlich. Vor allem wirtschaftsstarke Länder und Metropolregionen zogen die Menschen an: Ganz vorne lagen Bayern (plus 57.000), Berlin (plus 41.000) und Baden-Württemberg (plus 32.000). Dagegen schrumpfte die Bevölkerung in Sachsen-Anhalt (minus 22.000), Thüringen (minus 14.000) und Sachsen (minus 12.000).

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:55 Uhr