Zwischen Genialität und Wahnsinn

Zum 200. Geburtstag des Komponisten Robert Schumann

Der Komponist Robert Schumann auf einer zeitgenössischen Zeichnung. (AP Archiv)
Der Komponist Robert Schumann auf einer zeitgenössischen Zeichnung. (AP Archiv)

Seine Musik ist nach wie vor ein Exportschlager. Die Werke von Robert Schumann, der am 8. Juni 1810 in Zwickau geboren wurde, sind noch heute in den Konzertsälen der Welt zu hören. Zu seinen berühmten Werken gehören die Frühlingssinfonie, das Konzert für Klavier und Orchester in a-Moll, die Kinderszenen oder das Album für die Jugend.

Bevor Robert Schumann Komponist wurde, studierte er einige Semester Jura in Leipzig und Heidelberg, schrieb musikjournalistische Texte und zog sich eine syphilitische Infektion zu. Zuerst wollte er ein Virtuose am Klavier werden und ging in Leipzig bei dem strengen Klavierpädagogen Friedrich Wieck in die Lehre, wo er sich später in dessen Tochter Clara, ein Wunderkind am Klavier, verliebte.

Gemeinsam mit Wieck gründete Schumann die "Neue Zeitschrift für Musik" und publizierte originelle Klavierwerke, deren rhythmische "Verrückungen" ein besonderes Kennzeichen wurden: den Carnaval, die Davidsbündlertänze, die Kreisleriana, heißt es im Kalenderblatt.

"Es afficiert mich alles, was in der Welt vorgeht, Politik, Literatur, Menschen - über alles denke ich nach meiner Weise nach, was sich dann durch die Musik Luft machen, einen Ausweg suchen will. Deshalb sind viele meiner Compositionen so schwer zu verstehen", schrieb Robert Schumann an Clara Wieck 1838.

Neue Bücher zum Jubiläum

Zum 200. Geburtstag Robert Schumanns sind neue Biografien über den Musiker erschienen. In "Robert Schumann - Mensch und Musiker der Romantik" zeigt der Musikwissenschaftler Martin Geck die komplexe Verwobenheit von Leben und Werk, das Nebeneinander des Populären der "Träumerei" und den Abgründen, an deren Rändern dieser Komponist, Poet und Journalist seine Kunst schuf.

Der Komponist und Musikwissenschaftler Peter Gülke setzt sich in "Robert Schumann - Glück und Elend der Romantik" vor allem mit den vielen musikalischen und ästhetischen Projekten Schumanns auseinander. Im Deutschlandradio Kultur lobte er Schumann als "Genie der Bewunderung". Keiner habe damals so gut über Musik schreiben können wie er.

"Als Pianist muss man Robert Schumann einfach lieben"

Poet, Musikpädagoge für Kinder, Avantgardist - Robert Schumann war in gewisser Weise seiner Zeit voraus - ein "romantischer Realist", sagt Pianist Tobias Koch, der mit dem Deutschlandfunk die Klaviermusik für die Jugend eingespielt hat.

Am Ende seines Lebens hatte Robert Schumann eine Fülle von Klavierwerken, Sinfonien, Orchester- und Chorwerken sowie Liedern geschaffen. Seine Kreativität wurde mehr und mehr von körperlichen wie seelischen Leiden beeinträchtigt. Er starb im Alter von 46 Jahren 1856 in einer Heilanstalt in Endenich bei Bonn. Seine Frau Clara Wieck, mit der er acht Kinder hatte, überlebte ihren Mann um 40 Jahre. Die berühmte Pianistin pflegte sein Erbe bis an ihr Lebensende.

Offizielle Feiern

In seiner Geburtsstadt Zwickau sowie in Dresden, wo Schumann von 1844 bis 1850 als Chorleiter tätig war, finden offizielle Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag von Robert Schumann mit einer Festwoche, Konzerten, Ausstellungen und Lesungen statt.

In Zwickau spielt heute die Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim. Dort wird Kulturstaatsminister Bernd Neumann sprechen. In Zwickau kommt auch Schumanns selten gespielte Oper "Genoveva" zur Aufführung.


Programmtipps: In der Sendereihe Konzert hören Sie in Deutschlandradio Kultur von 20.03 Uhr bis 22.30 Uhr einen Themenabend zu Robert Schumann.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:36 Uhr