Helmut Drück, Jurist und letzter Intendant des RIAS ist tot. Er starb am 1. September im Alter von 94 Jahren im Kreis seiner Familie in Köln.
Der promovierte Rechtswissenschaftler hatte unter anderem an der US-amerikanischen Harvard Law School einen Abschluss gemacht. Ab 1965 war er lange Zeit beim WDR in verschiedenen Funktionen tätig, unter anderem als Leiter der Intendanz. 1988 wurde er stellvertretender Fernsehprogrammdirektor. Im Oktober 1989 wurde Helmut Drück zum Intendanten von RIAS Berlin berufen.
Der RIAS, Rundfunk im amerikanischen Sektor, war 1946 von der US-Militärverwaltung eingerichtet worden. Er arbeitete mit deutschen Mitarbeitern und wurde ab den 1960er Jahren zum größten Teil aus Mitteln des Bundes finanziert, unterstand aber weiterhin der US-Regierung. Als „eine freie Stimme der freien Welt“ erreichte der RIAS Hörerinnen und Hörer weit über Berlin hinaus, bis in entferntere Regionen der DDR.
Helmut Drück trat sein Amt als RIAS-Intendant am 1. Januar 1990 an. Im Umfeld der deutschen Einigung war seine Amtszeit von der Neustrukturierung der deutschen Rundfunklandschaft geprägt. Im März 1992 unterschrieben alle Länder den Gründungsstaatsvertrag für den nationalen Hörfunk, in dem RIAS, der Deutschlandfunk und DS Kultur zusammenfinden sollten. Diese Körperschaft erhielt den Namen Deutschlandradio, der Sendestart war am 1. Januar 1994. Ende 1993 verabschiedete sich Helmut Drück als letzter Intendant des RIAS. Zuvor hatte er sich noch bei der Gründung der RIAS Berlin Kommission engagiert, die bis heute die transatlantischen Beziehungen, Medienaustauschprogramme sowie die journalistische Ausbildung zwischen den USA und Deutschland fördert.
Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue über Helmut Drück: „Er war ein liberaler Geist, der mit einem feinsinnigen und ruhigen Führungsstil sein Umfeld beeindruckt hat. Auch nach der RIAS-Zeit blieb er Deutschlandradio verbunden. Insbesondere zeigte Helmut Drück ein tiefes Interesse für die Arbeit unserer Orchester und Chöre, die in der ROC (Rundfunk Orchester und Chöre gGmbH) fortbestehen. Er hat sie aktiv gefördert.“