Benjamin HammerKrisen und Kriege und die Hoffnung auf bessere Zeiten

Ein Journalist interviewt zwei ältere Männer im Gazastreifen
Reporter Benjamin Hammer bei Recherchen im Süden des Gazastreifens (privat)
STECKBRIEF
Name: Benjamin Hammer, Berlin
Position: Redakteur, Abteilung Wirtschaft und Gesellschaft, Deutschlandfunk
Lieblingssendungen/Podcasts:
Informationen am Morgen
Mo. – Fr., 5.05 Uhr, Sa., 6.10 Uhr
Wirtschaft und Gesellschaft
Mo. – Fr., 17.05 Uhr
Weltzeit
Mo. – Do., 18.30 Uhr und als Podcast
Das Foto oben ist schon ein paar Jahre alt und es wirkt heute wie aus einer anderen Zeit. Die Aufnahme entstand bei Recherchen im Süden des Gazastreifens. Genau dort, wo heute (während ich diese Zeilen schreibe) mehr als eine Million Palästinenser unter desolaten Bedingungen Zuflucht suchen. Fünf Jahre lang, von 2017 bis 2022, war ich Korrespondent für die ARD und die Programme von Deutschlandradio in Israel und den Palästinensischen Gebieten. Ich habe die Region nicht gerade optimistisch verlassen. In meiner Berichterstattung habe ich immer wieder erwähnt, dass es den sogenannten Friedensprozess gar nicht mehr gibt. Und dennoch habe ich das Ausmaß der Terrorangriffe der Hamas gegen Israel am 7. Oktober nicht für möglich gehalten. An jenem Tag ging mir ein Wort durch den Kopf: unfassbar.

Orientierung bieten

Im Deutschlandfunk versuchen wir, Orientierung in diesen unfassbaren Zeiten zu bieten. Wir ordnen ein und berichten über die so unterschiedlichen Perspektiven in diesem jahrzehntealten Konflikt. Den Vorwurf, wir ergriffen für eine Seite Partei, hören wir recht häufig. Aber das tun wir nicht und das ist auch nicht unser Job. Wir können auch nicht mit Ratschlägen von außen „den Nahostkonflikt lösen“ – so verlockend das manchmal scheint. Was wir mit unserer Arbeit hoffentlich leisten können: Empathie ermöglichen, für die Menschen auf beiden Seiten des Konflikts. Seit 2011 – und mit einer Unterbrechung für den Job in Tel Aviv – bin ich Redakteur in der Abteilung Wirtschaft und Gesellschaft. Also etwas ganz anderes? Nicht unbedingt. Israels Tech-Sektor taucht zum Beispiel immer wieder in unseren Sendungen auf, aber auch die desolate wirtschaftliche und humanitäre Lage in den Palästinensischen Gebieten ist ein Thema.

Weltwirtschaft und Sozialpolitik

In unserer Wirtschaftsredaktion beschäftigen wir uns mit sehr unterschiedlichen Themen wie der Weltwirtschaft, der Sozialpolitik oder dem Börsengeschehen. Das macht den Job sehr spannend. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit allem, was rollt und fliegt – der Mobilität. Ich habe den Boom der Luftfahrtbranche nach der Corona-Krise im Blick, die Streiks bei der Bahn und den Versuch der deutschen Autohersteller, bei E-Autos nicht den Anschluss zu verlieren. Seit 2022 bin ich als Wirtschaftsredakteur an einer neuen Entwicklung bei Deutschlandradio beteiligt: Köln und Berlin, die Sitze unserer Funkhäuser, rücken noch enger zusammen. So arbeite ich für eine Kölner Abteilung im Berliner Funkhaus. Das ermöglicht mir Recherchen in Berlin und Brandenburg und einen besseren Austausch mit den geschätzten Kolleginnen und Kollegen von Deutschlandfunk Kultur. Zwischen Köln und Berlin steht permanent eine „Leitung“, wie wir Radiomenschen das nennen. Praktisch unterbrechungsfrei und in perfekter Soundqualität kann ich so „Kölner“ Sendungen auch von Berlin aus moderieren.