Dlf Doku-SerieRechtsextreme vor Gericht

Beobachtungen aus drei Prozessen um rechtsextrem motivierte Taten und immer wieder die Fragen: Wiederholt sich die Geschichte? Und wie können wir uns dagegen wehren?

Das Foto eines Gerichtssaal, darüber der Schriftzug "Rechtsextreme vor Gericht"
Marie Schwesinger ist Theaterregisseurin. Sie hat mit Gerichtsprozessen eigentlich wenig am Hut. Aber dann sitzt sie Ende November 2020 im Zuschauerraum von Gerichtssaal 165 C des Frankfurter Oberlandesgerichts. Eigentlich nur um zu schauen, wie so ein Gerichtsprozess funktioniert. Dann aber bleibt sie zwei Jahre lang, verfolgt Prozess um Prozess, fängt an zu recherchieren. Zu rechtem Terror. Zu rechtsextremen Anwältinnen, Feindeslisten und Drohschreiben. Zu Munitionsdepots und verschwundenen Waffen. Zu Netzwerken in Polizei und Bundeswehr und zu historischen Verbindungslinien bis zurück in die Weimarer Republik. Unmerklich rückt das Thema immer näher an sie heran. Vom Mord an Walter Lübcke, dem Angriff auf Ahmed I., den Plänen des Soldaten Franco A. bis zu den Drohbriefen des sogenannten NSU 2.0. Alle Gerichtsprozesse finden direkt in ihrer Nachbarschaft, in Frankfurt am Main, statt und irgendwann wird ihr klar: Ich bin hier mehr als nur Zuschauerin, denn der Gerichtssaal schaut zurück! Die vierteilige Doku-Serie erzählt von dem Erkenntnisprozess, dass rechtsextreme Gewalt nichts ist, was nur „die anderen“ betrifft. Dass sich nicht nur die Justiz mit diesem Gedankengut, den Netzwerken und den Taten beschäftigen sollte, sondern dass uns die rechtsextremen Strukturen, die sich seit Jahrzehnten durch die Gesellschaft ziehen, alle etwas angehen.
Sendehinweise

Mikrokosmos
Rechtsextreme vor Gericht. Prozessbeobachtungen aus Saal 165 C
Do., 23.5., 20.30 Uhr | Folge 1: Botschaftstaten
Do., 30.5., 20.30 Uhr | Folge 2: Verbindungslinien
Do., 6.6., 20.30 Uhr | Folge 3: Einen Anschlag plant man doch nicht alleine
Do., 13.6., 20.30 Uhr | Folge 4: Hunde, die bellen

Zu hören ist die Serie im Podcastfeed „Dlf Doku Serien“ in der Dlf Audiothek.