Wenn die RIAS Berlin Kommission am 7. Mai in Berlin ihre Medienpreise verleiht, gehören auch zwei Deutschlandfunk-Produktionen zu den Gewinnern. Wie die Veranstalter bekanntgaben, werden sie mit dem Radio Award und dem Digital Award ausgezeichnet. Beide Arbeiten beleuchten gesellschaftliche und politische Entwicklungen in den USA aus deutscher Perspektive.
Radio Award für „Deutsche in Texas – Bach, Bier, Business as usual?“
Die halbstündige Reportage von Eberhard Schade (Deutschlandfunk Kultur) erzählt von deutschen Spuren in Texas und richtet den Blick zugleich auf jene Deutschen, die nach 1989 aus Ostdeutschland in die USA ausgewandert sind. Das Hörstück fragt, wie sie das Freiheitsversprechen der neuen Heimat heute erleben und wie sie auf politische Veränderungen reagieren.
Die Jury hebt hervor, dass die Reportage Alltagsbilder wie „Pilsener Urquell im Kühlschrank, das Wurstfest in New Braunfels oder deutsche Volkslieder im Chor“ nutzt und dabei „sehr geschickt den Blick von den 250 Jahre alten Spuren deutscher Einwanderer auf die Situation derer lenkt, die erst nach dem Fall der Mauer in die USA ausgewandert sind“. Entstanden sei ein durchwachsenes Bild und „ein sehr persönliches, humorvolles und liebevoll beobachtetes Stück Radio“, das die enge Verflechtung deutsch‑amerikanischer Geschichte sichtbar mache.
Zum Anhören: Deutsche in Texas – Bach, Bier, Business as usual?
Digital Award für „Die Peter Thiel Story“
Der sechsteilige Podcast „Die Peter Thiel Story“ von Deutschlandfunk untersucht Leben, Denken und Einfluss des Tech‑Investors Peter Thiel. Die Autoren Klaus Uhrig, Christian Schiffer, Jasmin Körber und Fritz Espenlaub zeichnen nach, wie wirtschaftliche Macht, politische Netzwerke und libertäres Denken in den USA zusammenwirken.
Laut Jury beleuchtet die Serie „das Leben und den Aufstieg einer der geheimnisvollsten und mächtigsten Figuren der amerikanischen extremen Rechten“ und zeige, wie Thiel „nicht nur reich geworden ist, sondern mächtig“. Der Podcast mache verständlich, warum manche eine Entwicklung hin zu weniger Regulierung und sogar zu einer möglichen „Techno‑Oligarchie“ befürchten.
Zum Anhören: Podcast „Die Peter Thiel Story“
RIAS Media Awards
Die Medienpreise der RIAS Berlin Kommission werden am 7. Mai in Berlin verliehen. Mit den Auszeichnungen erinnert die RIAS Berlin Kommission seit 1995 an den früheren, von den USA gegründeten Berliner Nachkriegssender „Rundfunk im amerikanischen Sektor“. Prämiert werden Beiträge im Radio, Fernsehen und in den digitalen Medien, die in besonderem Maße zur deutsch-amerikanischen Verständigung beitragen. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre gehören unter anderem Jan Böhmermann, Bill Whitaker, Claus Kleber und Elmar Theveßen.